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Schlußwort

Full text: Dr. Heinrich von Stephan / Stephan, Heinrich von (Public Domain)

Schlußwort. 
h den vorstehenden Schilderungen werden unsere Leser mit uns überein 
stimmen, daß in Herrn von Stephan ein edler und waidgerechter Jäger 
dahingeschieden ist. 
Freute er sich als Jäger auch über eine große und reiche Strecke 
o war er doch dem Schießertum abhold. Ein Kugelschuß war ihm lieber als zehn Schrot— 
schüsse; ein angeschossenes Stück Wild, das nicht gefunden wurde, bereitete ihm stets großen 
Kummer, und er stellte deshalb auch die größten Anforderungen an die Hunde, namentlich 
dinsichtlich ihrer Arbeit nach dem Schuß. 
So gern, wie er, falls die Pflichten seines hohen Amtes es gestatteten, sich in „den 
heiligen Wald“ flüchtete, so gern wie er den eisgekrönten Gipfeln des Hochgebirges zustrebte 
oder an der Ost- oder Nordsee und sonst wo die Jagd ausübte, so war ihm der Genuß der 
Natur doch die Hauptsache, die Beobachtung von Land und Lenten und deren Eigentümlich— 
keiten war ihm ein tiefinnerliches Bedürfnis. Aber noch tiefer wurzelte in ihm das Bedürfnis. 
seinem Gott zu danken für die Schönheiten der Natur und alles, was diese dem Menschen 
bietet. Es charakterisiert den Verstorbenen so recht, daß er wiederholt Gott dankt, daß er ihm 
den Sinn geschenkt hat, die Natur zu genießen. 
Allen seinen Jagdgönnern und Jagdgenossen bewahrte er zu allen Zeiten ein treues 
und daukbares Gedächtnis. 
Mit dem feinen Beobachtungssinn für die tote und lebende Natur verband sich auf 
das glücklichste die Neigung, auderen von seinen Erlebnissen in Wort und Schrift mitzu— 
teilen. Hierbei kam häufig sein erfrischender, köstlicher Humor zum Ausdruck. 
Es war eine in sich völlig harmonische Natur, hohe Geistesgaben hei 
tief innerlichem Gefühlsleben und wahrer Religiosität! Ein dienst 
licher Nachruf schließft mit den Worten: „Er war ein ganzer 
Mann“. Schließen wir diese Blätter der Erinnerung an 
den daheimgegangenen Stephan mit den Worten: 
s*æwar ein ganzer deutscher Jägersma;
	        
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