Die Hülfe des Fürsten von Hohenzollern versagt. 257
des Civil- und Ntcarkabinets mit Berichterstattung an Se. Maje—
stät zu erreich? Weröffentlichung endlich des politischen
Theiles dieser köninglichen Ansprache.
Dunckers eigne Hoffnung indeß, mit solchen Mahnungen nach
unten und Rathschlägen nach oben durchzudringen, konnte nur
eine schwache sein. Schon im März hatte er, bewogen durch die
Sorgen und Klagen der Königin über die nar; der Kreuzzeitungs—
partei hinüberneigende, hinübergleitende Pol'““ des Königs, einen
erfolglosen Versuch gemacht, den Fürsten vrt Thenzollern zu Hülfe
zu rufen, den Abwesenden zur Rückk r n nund zu nach—
drücklichem Eintreten für das liberat —“ 35555, das er noch
immer mit seinem Namen deckte, zu hbruxrrten. Er wiederholte
jetzt, im December, jetzt, nachdem sich die Lage so viel besorglicher
gestaltet hatte, den Versuch noch dringender. Die Antwort des
Fürsten aus Hyeres, wo er seiner Gesundheit wegen weilte, ist
zu lehrreich für die richtige Schätzung der persönlichen Factoren,
durch deren Versagen oder Eintreten der Gang der preußi—
schen Dinge bestimmt wurde, als daß nicht einige Hauptstellen
daraus hier mitgetheilt werden dürften. Der Fürst lehnt ab. Er
lehnt aus Gesundheitsrücksichten ab, die ihm aber doch selbst
egoistisch erscheinen würden, wenn es seine einzigen Gründe wären.
„Als Soldat folgt man dem leisesten Winke und hascht nach jedem
Anlaß persönlicher Aufopferung: ganz anders ist es auf der poli—
tischen Schaubühne. Um auf dieser wirksam auftreten zu können,
muß zunächst das Gefühl der Sicherheit, der Gewißheit und der
Erkenntniß der eigenen Kraft und Tüchtigkeit vorherrschen. Dieses
Gefühl mangelt mir gänzlich, und die Ueberzeugung, die ich von
meiner Unzulänglichkeit habe, ist das Bleigewicht, welches ununter—
brochen bis heute auf meiner Stellung gelastet hat. Ich werde
also weder wirken noch nützen können, und zwar aus dem ganz
einfachen Grunde, weil mein Bischen Verstand meinem Herzen
ganz unterthan ist. Herz und Gemüth treiben mich zum Könige,
weil vielleicht Niemand mehr als ich die unerschöpfliche Fundgrube
des edlen und wahren königlichen Herzens zu würdigen vermag.
In ihm wohnen nur Wahrheit und Güte, und diese Eigenschaften
lähmen vollständig die geringe Thatkraft, über welche ich gebieten
kann. Um gründlich zu helfen, gehört aber dem Könige gegen—
Hanunm, Marx Duncker. *