Path:
7. Agitatorische Thätigkeit. Hoffnungen und Enttäuschungen

Full text: Das Leben Max Dunckers / Haym, Rudolf (Public Domain)

JI und nach dem Erfurter Parlamente. 119 
Ramen ihre enge Bozeohemn zu der Partei außer Zweifel stellte. 
Es gesang 7 * eem “rexagten Verleger sogleich für das 
nächste Quartzeß — äinanziellen Bürgschaften zu ver— 
schaffen. Fün: »a batte sich der Verleger um 
keinen Geringerenn b7; nur einen Augenblick 
indeß hatte dieser, der srrise unvergleichliche Erwerbung ge— 
wesen wäre, daran gedacht die Bresche zu treten. Duncker 
führte statt dessen der Zeitung, wenn auch erst zum 1. Juli, in 
R. Haym einen Redacteur zu, der sich als Abgeordneter in Frank— 
furt sowie durch seine Schriften über den Vereinigten Landtag 
und über die Nationalversammlung als einen zuverlässigen Partei— 
genossen gezeigt hatte. Man durfte erwarten, daß derselbe, mit 
frischer Kraft eintretend, der etwas stumpfen, unlebendigen und 
ängstlichen Haltung des Blattes ein Ende machen und diesem 
durch seine persönlichen Verbindungen die thätige Mitarbeit der 
bedeutenderen publicistischen Kräfte der Partei zuwenden werde. 
Am 29. April wurde durch eine Botschaft des Verwaltungs— 
raths das Erfurter Parlament unter Vorbehalt seiner Wiederein— 
berufung, zwar ohne positives Resultat, aber doch nicht ohne die 
allgemein gehaltene Versicherung geschlossen, daß auf Grund der 
erfolgten Verfassungsrevision der definitive Abschluß der deutschen 
„Union“ erhofft werden dürfe. Man trennte sich mit dem frommen 
Wunsche: auf Wiedersehen; Duncker aber, dessen Gesundheit nach 
der zwiefachen parlamentarischen Campagne dringend einer Auf— 
hülfe bedurfte, eilte, von seiner Treuen begleitet, in die Thüringer 
Berge nach Elgersburg. Er fand hier in Dahlmann, der in Er— 
furt im Staatenhause gesessen hatte, einen erwünschtesten Haus— 
und Wandergenossen. Die Milde und Herzensfreundlichkeit, die 
sich hinter dem tiefen Ernst des festen Patrioten barg, machte 
ihn dem jüngeren Manne zu einem Gegenstande der Verehrung, 
die doch dem vertrautesten und heitersten Verkehr nicht im Wege 
stand. In vollen durstigen Zügen wurde die Thüringer Natur 
dankbar genossen. Der 5igc Gebrauch der Wassercur schaffte 
Schlaf und half den ten ttenten Nerven auf. Nie hatte 
eine frühere Cur gleich » »f unseren Freund gewirkt: 
der Elgersburger Aufenthel“ — den sich noch eine Wanderung 
im Gebirge in Gemeinschaft mit Freunden aus der Berliner
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.