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II. Meine Studentenjahre

Full text: Mein Leben und mein Wandern / Brugsch, Heinrich (Public Domain)

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Meine Studentenjahre. 
Wolff bildete damals den Meittesyunkt einer kleinen, aber 
— 
und Künste bpeutnt agende Schriftsteller 
sich zu einem schänen Der älteste Sohn 
des Hauses, mein hemen auf Kölln, Professor 
Dr. Gustav Wolff, war c. cchischer Gelehrsam⸗ 
keit und in der SophokleäForshuen von hervorragender Be— 
deutung. Seine wärmste Freundschan 5 mir bis zu seinem 
Tode erhalten 5 dernsclte ca Hause lernte ich da— 
mals den De 5 23 nen und schloß einen 
Freundsche— 7277longes, gemeinsames 
Leben bi ve hat. Er war im 
Jahre 10 rn»nach seiner Ver—⸗ 
mählung m J Gattin, derselben, 
die gegenw' und hatte durch die 
Veröffentliche c ) imn kurzem die Herzen 
aller im Sturme erebert, aber keider sollte seines Bleibens in 
unserer Mitte nicht lange sein, denn ein polizeilicher Befehl 
wies ihn aus den Mauern Berlins. Was er verbrochen haben 
mochte, weiß ich nicht mehr zu sagen, doch lagen im Hinter— 
grunde politische Rücksichten. Er war alles in allem eine 
prächtige Natur. Leider verkümmerten ihm des Lebens Sor— 
gen und Plagen den Vollgenuß des Daseins, das sein kind— 
liches Gemüt voll Rosenduft und Lenzeslust Edlitham zu 
Lieb geträumt hatte. 
Von den übrigen Gästen des Hauses schwebt mir noch 
—D 
den Namen Stamm trug und dessen sanfte Schönheit wie 
ein leutchtender Vollmond strahlte. Nur die dunklen Augen, 
die ste * in die Seele zu bohren schienen, glänzten wie 
sonniges Feuer. Mit Reichtümern ausgestattet, lebte er in 
seinem Hause am Tiergarten gemeinschaftlich mit einem braun⸗
	        
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