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I. Meine Kindheit und meine Schuljahre

Full text: Mein Leben und mein Wandern / Brugsch, Heinrich (Public Domain)

56 Meine Kindheit und meine Schuljahre. 
Freilich nahm Ch. Lenormant den frei gewordenen Lehr— 
stuhl des Entdeckers der Hieroglyphen-Entzifferung ein, doch 
ohne die Erforschung des noch Unbekannten auch nur um 
einen Schritt wen. brengen. 
Vicomtc E. — R338 Abhandlung, die meine eben 
erschienene dem'tsche GreeLelruchtete, war in der Revue 
archéologie zum Ih nd ihe Inhalt von Hum— 
boldt mit dem gräß5ta ALesca worden. Noch an 
demselben Tage legt. 7 3ichen Herrn und 
Freunde vor, und man c ic eng des Eindrucks 
leicht vorstellen. Von der Gnat Le rigs erhielt ich die 
rührendsten thatsächlichen Beweise, denn aus seiner Schatulle 
sollten mir die Kosten während meiner dreijährigen Studien 
auf der Berliner Universität ausgezahlt werden, um mich der 
schweren Sorge für mein Fortkommen zu entheben und da— 
durch meine demotischen Forschungen auf alle Weise zu er— 
leichtern. 
Infolge meiner soldatisch strengen Erziehung im Hause 
haftete meinem ganzen Wesen cinagstliche Schüchternheit 
an, die ich mein Leben hindur Umgang mit höher 
gestellten Personen nur hrer ücken vermochte. Ich 
merkte es nicht erst ahren, daß ein Unter—⸗ 
schied in der Welt 4Aand den Kleinen be— 
steht und daß die A, 2rnehmen und durch ihre 
Stellung oder ihrca zenden Eltern die beste 
Empfehlung für da Böhne und Töchter des 
Hauses abgiebt. Tu r Kaste hat noch heute 
ihre vollste Giltigkeit, un eigener Lebenserfah⸗ 
rung Humboldts gelege nnur bestätigen, daß 
der eiserne Ring des Mandar. u einem homo novus 
nicht ungestraft durchbrochen .. —an. 
Nichtsdestoweniger hatte ich in der großen Öffentlichkeit
	        
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