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IV. Kampf um das Dasein

Full text: Mein Leben und mein Wandern / Brugsch, Heinrich (Public Domain)

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Kampf um das Dasein. 
vermindern. Infolge dieser Nachlässigkeit trat das Unvermeid— 
liche ein, d. h, dic Schiffe wurden mit aller Gewalt gegen die 
Schleusen getrieben und zerschellten alljährlich zu Hunderten 
mitsamt ihren Ladungen. Erst in unseren Tagen blieb es 
den Engländern vorbehalten, dem Übelstande abzuhelfen und 
die andrängenden Fluten in die angelegten Seitenkanäle ab— 
zulenken. 
Durch eine Einladung zu der Fefelt 7teit beehrt, hatte ich 
mich in RPoeag3 mehrerer europäischer Offiziere, Preußen 
—D eingeschifft, um 
am Morgen vde, Haudttages Zeuge der in Aussicht gestellten 
„Phantasia“ zu sein. Ein dichtes Menschengewühl erfüllte die 
Landzunge, dazwischen stand eine zahllose Menge spanischer 
Maultiere und französischer Pferde, welch zur Bespannung 
der Geschütze gehörten und zu der große: Truppenschau ver— 
wendet werden sollten. Ägyptische Offiziere und Soldaten 
hockten in ihren kleidsamen, aber fast überreichen Trachten vor 
den aufgeschlagenen Zelten, die Paschas und Beys liefen 
durcheinander, um ihre Befehle zu erteilen und die Kawassen 
des Vizekönigs schlugen mit Stöcken darein, wenn ihren Au— 
ordnungen nicht sofort Folac geleistet wurde. Die Festungs— 
wälle waren mit uren72migen Holzgerüsten bespickt, 
welche als Träge sun scade von Glaslampen zur abend— 
lichen Beleuchtung diccien sollten, auch die Hauptthore der 
Bastionen, buntfarbig lJa Turca bemalt, waren mit Lam— 
pen und Lampions behängt, mit einem Worte, alles erschien 
dazu geeignet, um eine „Phantasia“ ersten Ranges zu ver— 
sprechen. Zur Erhöhung des Vergnügens war ein offener 
Zirkus auf eshlagen worden, dicht vor dem improvisierten 
Brit. „Ase des Vizekönigs, um den eingeladenen Gästen 
und dem versammelten Kriegsvolke die Gelegenheit zu bieten, 
die Leistungen einer französischen Kunstreitergesellschaft und
	        
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