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IV. Kampf um das Dasein

Full text: Mein Leben und mein Wandern / Brugsch, Heinrich (Public Domain)

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Kampf um das Dasein. 
stopfen halfen, aber in der Hauptsache war ich auf meine 
eigene Thätigkeit angewiesen, um die notwendigsten Mittel 
zur Erhaltung der Familie zu erwerben. 
Da meine wissenschaftlichen Leistungen, die der Reihe 
nach im Buchdruck erschienen, nicht dazu angethan waren, um 
einen größeren Leserkreis zum Kauf anzulocken, so waren die 
daraus gewonnenen Einnahmen selbstverständlich bescheidenster 
Natur. Um das Fehlende zu ergänzen, fing ich an, trotz 
meiner zeitraubenden ernsten Studien zur Aufhellung der 
ägyptischen Finsternisse, eine ziemlich ausgedehnte litterarische 
Thätigkeit in Buchform sowie in 25schriften und Zeitungen 
zu entwicksee Wei OLeargan war die damalige Spenersche 
Zeitung, — e nannte, für die 
selbst ein A. vr 18 nr in Bewegung setzte. 
Nebenbei erteil ive! und trat auf Zureden 
meines ehemaligen Diettkters Mezun As Lehrer in die Prima 
von Kölln ein. Diese neue Thät Z.a bereitete, offen gesagt, 
mir die größte Freude und legte den Grund zu meiner späteren 
Befähigung, im Morgenlande als Direktor einer neu gestifteten 
Hochschule meines Amtes zu walten. In den Wintermonaten 
erschien ich nicht selten an den Vortragsabenden in der Sing⸗ 
akademie als Redner und erntete, vielleicht in unverdienter 
Weise, das Lob meiner nachsichtigen Zuhörer ein. Das schön— 
geistige Berlin pflegte sich an den Sonnabenden in dem langen 
Vortragsgebäude am Kastanienwäldchen ein Stelldichein zu 
geben und selbst die Majestäten und die prinzlichen Mitglieder 
unseres Königshauses verschmähten es nicht, ihre Teilnahme 
durch ihr persönliches Erscheinen zu bekunden und dem von 
gelehrten Rednern behandelten wissenschaftlichen Gegenstande 
ihre vollste Aufmerksamkeit zu schenken. Die Vortragsabende, 
die sich unter der Leitung des Professors von Raumer 
eines außerordentlich zahlreichen Besuches erfreuten, gingen
	        
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