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Darstellung Kapitel I. Organisation des Berliner Goldschmiede-Amts von 1555 bis 1800

Full text: Die Berliner Goldschmiede-Zunft von ihrem Entstehen bis zum Jahre 1800 / Sarre, Friedrich (Public Domain)

reit. 
1590 
1590 
1642 
1660 
1677 
1697 
1714 
Nürnberg, Augsburg 
Hamburg 
Strassburg 
dito 
Wismar 
Nürnberg 
Nürnberg, Augsburg, Ham- 
burg. Leipzig 
3C 
{8 Karat für Rhei- 
ısches, 21 Karat für 
Kronengold 
18 Karat 
18 Karat 4 Grän 
"lber 
13 Loth 
14 Loth 
131/3 Loth 
"3 Loth 
12 Loth 
13 Loth 
12 Loth und 1 Quentlein 
ine Medium 
Die Altmeister hatten sich, wie wir gesehen haben, durch Visitationen 
ınd Entnahme von Proben davon zu überzeugen, ob die einzelnen Gold- 
schmiede das Metall vorschriftsmässig verarbeiteten. Doch scheinen die Be- 
stimmungen hierüber oft ausser Acht gelassen worden zu sein. Im Jahre 15%0 
wird darüber geklagt: „Die Arbeit, die die Goldschmiede verkaufen oder für 
andere machen, sei von gar geringem Gehalt, und die Leute würden dadurch 
benachteiliget. Die Vorschriften über den Feingehalt des Silbers, der wie zu 
Nürnberg und Augsburg sein solle, würden nicht beachtet, und jeder Gold- 
schmied arbeite nach seinem Gefallen. Die Magistrate in den kurbranden- 
burgischen Städten sollten die Zünfte zu sich bescheiden und ihnen bei hoher 
und ernster Strafe befehlen, das Metall vorschriftsmässig zu verarbeiten und 
zu verkaufen.“ (Urk. 7.) Und 1676 heisst es in dem Edict von dem 
(jehalt des zu verarbeitenden Silbers: „Wir haben in Erfahrung gebracht, 
lass eine Zeit hero sowohl in Unseren hiesigen Residenzen, als in anderen 
Städten der Mark Brandenburg von den Goldschmieden das Silber in unter- 
schiedlichem Gehalt verarbeitet worden. und dadurch viel Unrichtigkeit ent- 
standen ist.“ (Urk. 18.) 
Zum Zeichen, dass sie die Silber-Waare den gesetzlichen Vorschriften 
über den Metallwert entsprechend gefunden hatten, war den beiden geschworenen 
\ltmeistern vorgeschrieben, „sie mit der Stadt und des Meisters Zeichen zu 
zeichnen und darauf zu schlagen.“ (Urk. 4.) Diese Bestimmung des doppelten 
Stempels finden wir in allen Berliner Goldschmiede-Ordnungen seit demJahre 1555 
wiederholt. Während früher in den deutschen Städten meist nur ein Stempel 
mit dem Stadtwappen verlangt wurde, war seit dem 15. und 16. Jahrhundert in 
allen bedeutenden Städten Deutschlands die doppelte Stempelung"), mit dem 
Stadt- und Meisterzeichen, üblich geworden. Aus Gold gefertigte (jegenstände 
empfingen keinen Stempel, ebenso wie die silbernen, welche weniger als 
4 Loth wogen (1597, Urk. 8.), und es wird im Jahre 1676 (Urk. 18) besonders 
hervorgehoben. dass „die Stempel sowohl des (Goldschmieds, der die Arheit 
1) Eine doppelte Stempelung war vorgeschrieben: In Strassburg 1362. In Wismar, Lüneburg, Ham- 
3urg und Lüherk 1462. In Kopenhagen 1491. Tn Nürnberg 174
	        
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