Path:
Darstellung Kapitel I. Organisation des Berliner Goldschmiede-Amts von 1555 bis 1800

Full text: Die Berliner Goldschmiede-Zunft von ihrem Entstehen bis zum Jahre 1800 / Sarre, Friedrich (Public Domain)

\lark Silber 2 Dukaten zu verwenden. Dieselben Sätze für Silberarbeit finden 
wir in den Wismarer Anordnungen vom Jahre 1572, wo für Schüsseln und Teller per 
ioth 3 Groschen, für künstliche Arbeit 4 Groschen vorgeschrieben sind. Das 
‚Edict von der Zunftlade der Goldschmiede‘ vom Jahre 1676 (Urk. 18) setzt 
den Macherlohn in Rücksicht auf den Wert eines Lothes Probe-Silber, der 
nach dem Silberkauf 10 Groschen 9 Pfennig betrage, bei „leichter und ge- 
meiner Ordinar-Arbeit“ auf 3 Groschen, bei schwerer Arbeit, wie Schüsseln, 
Teller und dergl. auf 2 (iroschen 6 Pfennig fest. Bei Ganz-Vergoldung soll das 
Loth Silber 18 Groschen 9 Pfennig, bei Halb- oder Zier-Vergoldung 17 Groschen 
j Pfennig betragen. Im Jahre 1693 ist der Silber-Preis per Loth auf 
13 Groschen 4 Pfennig gestiegen, und in Rücksicht hierauf wird auch in 
iem „Reglement und Mandat‘“ vom 18, Juli desselben Jahres (Urk. 23) der 
\lacherlohn erhöht. Einem „kurfürstlichen Inspector“ wird hier anbefohlen, 
auf den Preis des Edelmetalls Achtung zu geben und die Taxe jeweilig ent- 
;prechend zu erniedrigen oder zu erhöhen. 
Diese Taxpreise beziehen sich naturgemäss nur auf die gewöhnliche Arbeit, 
welche nach dem Cjewicht verkauft wurde; bei künstlerisch ausgeführten 
‚zeräthen und Schmuck-Gegenständen konnte ein allgemeiner Preis nicht gut fest- 
zesetzt werden. Es scheint jedoch üblich gewesen zu sein, dass das Berliner 
‚roldschmiede-Amt auch für diese Arbeiten feste Preise anordnete und jeden 
estrafte, der billiger wie die andern verkaufte. Gegen diesen Gebrauch und 
yegen die Sitte, „die Arbeit hierdurch auf einen höheren Preis zu setzen, wie er 
sonst üblich,“ wendet sich das General-Privilegium und gestattet es jedem 
Meister, „so wohlfeil als er will, zu verfertigen und zu verkaufen, vorausgesetzt, 
lass das Metall probemässig ist.‘ Der Macherlohn für die gewöhnliche Silber- 
Arbeit soll sich auf 3 Groschen, für Schüsseln, Teller und grosse Stücke auf 
2 Gruschen 6 Pfennige belaufen, während die (janz-Vergoldung für die Mark 
Silber 1',, Ducaten, die Ziervergoldung einen Ducaten kosten soll, Bei stärkerer 
Vergoldung ist der Preis einer Abmachung mit dem Auftraggeber vorbehalten, 
‚edoch hat der Goldschmied dem Altmeister hiervon Mitteilung zu machen. 
Feingehalt und Stempelung. 
Um das Handwerk der Goldschmiede zu schützen und um die 
\bnehmer ihrer Waaren vor Schaden zu sichern, erliess die staatliche Autorität 
jestimmte Vorschriften über den Feingehalt des zu verarbeitenden Edelmetalls, Die 
irste Verordnung, die wir in Berlin resp. in der Mark Brandenburg hierüber haben, 
latiert vom Jahre 1515 und befiehlt den Goldschmieden „bei Strafe des 
“euers“ das rheinische Gold zu 18 Karat, das ungarische zu 20 Karat, das 
“eine Silber zu 16 Loth und das Werksilher zu 14 Loth zu verarbeiten.“ 
[Te
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.