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Full text: Unsere Wohnungs-Enquete im Jahre ... (Public Domain) Issue1910 (Public Domain)

4eren Aufenthaltsräume wir in den Jahren 1901/09 prüfen liessen, so fallen sie doch um so mehr 
ins Gewicht, wenn wir in Betracht ziehen, dass in solch niedrigen Räumen 1841 kranke 
Menschen angetroffen wurden, für welche gute, reine Luft noch notwendiger wäre, wie für 
Jjie Gesunden. In diesen niedrigen Räumen pflegt aber gute Luft selten zu sein. Dazu 
kommt, dass sie durchgängig in unseren alten engen Stadtvierteln zu treffen sind, in welchen 
bereits die Aussenluft stark verunreinigt ist. 
Jedenfalls erscheint es tröstlich, dass die Zahl der ganz niedrigen Räume mit dem 
Abriss jeden alten Hauses zurückgeht, es bedarf nicht eines besonderen Beweises, dass die 
Heilungsmöglichkeit kranker Menschen, welche in Kammern von 1,60 Meter Höhe zu hausen 
gezwungen sind, und wir finden auch auf unsern diesjährigen Tafeln noch 8 solcher Leute, 
ausserordentlich erschwert ist. 
Unsere Tafeln B1 und 2 belehren uns ferner über die Verteilung der Kranken nach 
der Höhenlage ihrer Wohnungen. Wir fanden 
Handlungsgehilfen 
im Keller . 
Darterre . 
ı. Stock. 
4. . 
Unter Dach 
männlich 
18 
294 = 
105 - 
A 
1910 gegen 
N 94. Proz 
29 
208 = dig 
5— 0.26 
“909 
75 Proz. 
053 
4: 
53 
9 
AQ« 
X 
weiblich 
1910 
gegen 
‚26 Proz. 
14 
vr4, 
1,3% 
a 0“ 
“341 
ne 
1909 
1,69 Proz. 
3,91 
8,48 
21,42 
23,26 
20,56 
0.68 
Handelshilfsarbeiter 
männlich 
1910 gegen 
2 
ı<% QR 
Im Keller 
Parterre 
ı, Stock 
1. 175% 
18,1! 
58: 20,37 
+. . 956 - 21,91 
Unter Dach 37— 085 
09 
Proz. 
1.17 
” 
weiblich 
1909 
3,34 Proz. 
2,339 
1,69 
‘0,05 x 
23,44 
574 „nn 22,86 
40— 1.02 1,23 
Zunächst ist hieraus ein weiterer Rückgang der Kellerwohnungen zu konstatieren, 
der seine Erklärung in dem Umstand findet, dass fortwährend alte Häuser abgerissen werden 
ınd in den Neubauten Keller nicht mehr zu Wohnzwecken eingerichtet werden dürfen. 
Wir haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass wir die Kellerwohnungen für besonders 
bedenklich und für die Quelle mancherlei Uebel erachten, sie sind mangelhaft belichtet, 
häufig feucht und erschweren auch die Reinhaltung sehr. Es wurden 1900 in Berlin noch 
24088 oder 5,1 Proz. Kellerwohnungen gezählt, also immer noch eine solch bedeutende 
Zahl, dass sie geeignet erscheint, auf die Gesundheitsverhältnisse der Bevölkerung einzu- 
wirken. Auch Rost hält Keller- und Dachwohnungen für keine notwendigen Wohnungsklassen; 
wir freuen uns, dass nach unseren Ermittelungen die Zahl beider geringer geworden ist. 
Wie früher, ist aus unseren B-Tabellen auch jetzt wieder der Einfluss des Einkommens 
auf die Art der Wohnung ersichtlich; wir sehen, dass sowohl in Keller- und Dachwohnungen, 
wie in der 4. Etage die Handelshilfsarbeiter einen grösseren Anteil stellen, wie die Handlungs- 
sehilfen. dass dagegen diese in der 1.. 2. und 3. Etage häufiger zu finden sind. 
. Unsere Tabellen C, Ca und Cb fordern eine gemeinsame Betrachtung, obgleich 
sie auch jede für sich beachtenswert genug sind. Die Tafeln C1 und C2 klären uns nicht 
nur über den Luftkubus des Raumes auf, in welchem sich der Patient aufhält, sondern sie 
zeigen auch, wieviel Personen diesen Raum gemeinschaftlich mit dem Kranken benutzen und 
lassen einen Vergleich zwischen Vorder- und Hinterhaus zu. Ca 1—4 behalten nicht nur 
die Trennung der Kranken, welche in Vorder- und Hinterhäusern wohnen, bei, sondern führen 
auch Handlungsgehilfen und Handelshilfsarbeiter getrennt auf und klären uns darüber auf, 
wieviel Luftraum auf den einzelnen Patienten entfällt; die weitere Spaltung nach Krankheits- 
arten gestattet uns Schlüsse, ob und wie weit der Patient und seine Umgebung durch un- 
senügenden Luftraum besonders gefährdet erscheinen. Cb 1 und 2 zeigen nicht nur den auf 
jeden Kranken entfalitenden Luftkubus. sondern auch die Zahl der Fenster des Aufenthaltsraumes.
	        
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