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Full text: Unsere Wohnungs-Enquete im Jahre ... (Public Domain) Issue1909 (Public Domain)

An Möbeln ist nur eine Kommode vorhanden, sonst nichts. 
Die Kleidungsstücke hängen an der Wand. 
Oppelner Str. 32, Vorderhaus. 
Die Wohnung besteht aus einer Küche und einer Kammer. Die Kammer liegt über 
dem Torweg, resp. ist ein Teil vom Torweg. An der Fensterseite ist es feucht. Der Kranke 
schläft mit seiner Frau zusammen in einem Bett. Das eine Kind schläft in einem kleinen 
Bett, während das andere in einem Korbe ruht. 
Ein Schrank oder ein anderes höheres Möbelstück kann nicht aufgestellt werden, 
la der Raum zu niedrig ist. 
Langestr. 88/89, Quergebäude 2 Treppen. 
Patient wohnt mit seiner Frau und 6 Kindern in einer Küche. Die Küche ist sehr 
ajngewohnt, stellenweise ist der Putz abgefallen. An Möbeln sind vorhanden: 
Zwei alte Holzbettstellen, eine eiserne Bettstelle und ein Kinderwagen mit not- 
dürftigen Betten, ein Küchenschrank, ein kleiner Tisch und ein Stuhl. An der Tür hängen 
ajinige alte Kleider. 
Holsteinische Str. 47a, Seitenflügel 2 Treppen. 
Patient bewohnt mit der Mutter zwei Stuben und Küche. Die beiden Stuben sind 
nöbliert vermietet. Die Mutter schläft mit ihren drei Kindern in der Küche. Zwei Mädchen 
sind über 14 Jahre alt, ein Knabe ist unter 14 Jahren. Eine Tochter ist Jungenkrank, die 
andere leidet an Drüsenentzündung. 
Gräfestr. 9, Quergebäude 1 Treppe. 
Direkt unter der Wohnung befindet sich eine Metallwarenfabrik, Wenn dort Metalle 
abgebrannt werden, ist die Wohnung voll von beizenden Gasen, so dass die Luft sogar auf 
jem Hofe blau aussieht. Inhaber der Wohnung, Mann und Frau sind lungenkrank. 
Memeler Str. 52, Vorderhaus 1 Treppe. 
Der Kranke schläft auf dem Korridor, im äussersten Winkel, wo weder Luft, Licht 
10ch Sonne Zutritt hat. Heizgelegenheit ist auch nicht vorhanden. 
Pritzwalker Str. 2, Quergebäude parterre. 
Der Schlafraum ist ein sogenanntes Mädchengelass. Es steht nur ein Bett darin, 
andere Gegenstände haben keinen Platz. Auch ist über dem Bett noch ein Hängeboden 
angebracht. Ein kleines schmales Fenster führt nach dem Treppenhaus, so dass der Schlaf- 
raum sehr dunkel ist. 
Waldemarstr. 32, Seitenflügel 2 Treppen. 
Patient hat Stube und Küche. Im Keller befindet sich ein Pferdestall, nebenbei auch 
ein Kuhstall, wodurch die Wohnung mit schlechter Luft angefüllt ist. Die Korridore liegen 
rei, Stuben und Küchen sind alle einzeln vermietet. 8 Parteien wohnen auf einem Korridor. 
Schlechte, ausgetretene Treppen führen zu den Wohnungen. 
Ueber Dachwohnungen vernehmen wir: 
Sorauer Str. 6, Quergebäude 3 Treppen. 
Die Wohnung liegt direkt unter dem Dach und hat eine Länge von 6 Metern. 
Davon ist die Hälfte unter dem Dach. Das Fenster ist einen Meter weit auf das Dach 
hinausgebaut, infolgedessen ist es nur in den Mittagsstunden etwas hell. 
Für 6 Personen sind nur zwei grosse und eine Kinderbettstelle vorhanden. 
Wusterhausener Str. 18/19, Vorderhaus 2 Treppen. 
Die Kranke bewohnt eine sehr dürftig ausgestattete Bodenkammer, welche austapeziert 
st und so als Wohnraum vermietet wird. Heizgelegenheit ist nicht vorhanden und darf auch 
aicht angebracht werden, weil die Bodenräume der Mieter sich an den „Wohnraum‘‘ an- 
schliessen. 
Krausnickstr. 21, rechter Seitenflügel 4 Treppen. 
Patient hat Stube und Küche. Die Stube ist feucht und kalt. An den Wänden 
tzen Pilze, die man mit der Hand abziehen kann. Das Dach ist undicht. Der Kranke
	        
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