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Full text: Unsere Wohnungs-Enquete im Jahre ... (Public Domain) Issue1907 (Public Domain)

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Manteuffelstr. 10, linker Seitenflügel, Dachwohnung. 
Die Wohnung der Patientin ist sehr feucht, besonders an der schräg liegenden Decke 
und am Fenster. Die Wände sind vielfach vom Mörtel entblösst und zeigt sich stellenweise 
licker Schwamm. Der Fussboden ist sehr schmutzig; Möbel und Betten sind äusserst dürftig. 
In der Wohnung hing Wäsche zum Trocknen. 
Spreestr. 14/15, Dachwohnung im Vorderhause. 
Ueber sehr schmale, schlecht zu besteigende Treppen gelangt man in die aus zwei 
Kammern und Küche bestehende Wohnung des seit vielen Jahren arbeitsunfähigen Kranken. 
Eine Kammer ist an Schlafleute vermietet. Die andere Kammer und die Küche werden nur 
durch einen eisernen Ofen, der zugleich als Kochgelegenheit dient, erwärmt. Die Wände 
sind schmutzig und weisen vom abgefallenen Putz Löcher auf. 
Ueber Treppenhäuser unterrichten uns noch: 
Stralauerstr. 7 Vorderhaus 2 Treppen. 
Eine leiterähnliche Treppe führt zur Wohnung der lungenkranken Patientin. Nachdem 
man eine dunkle, verräucherte Küche betreten hat, gelangt man in eine mit Gasluft und 
Staub erfüllte kleine Stube, die als Arbeits- und Schlafraum für 4 Personen dient. 
Parochialstr. 23, Vorderhaus 3 Treppen. 
Der Eingang zu der Vorderwohnung des Patienten ist vom Hofe aus. Eine steile, 
schmale Treppe mit wackeligem Geländer, das mit Stricken befestigt ist, führt hinauf. Die 
Treppe ist so klein, dass die Möbelstücke der Hausbewohner mit Stricken über die Galerien 
jezogen werden müssen. Die Galerien werden zum Trocknen von Wäsche benutzt, 
Petristr. 31, Vorderhaus 1 Treppe. 
Eine sehr schmale und steile Treppe führt zur Wohnung der Patientin. In den aus 
Stube, Kammer und Küche bestehenden Räumen befinden sich 9 Personen. Die Wände der 
Wohnung sind schmierig und verräuchert; Türen und Fenster sind schlecht verschliessbar. 
Unerträgliche Luft herrscht in den Räumen. 
Belle-Alliancestr.‘ 98, linker Seitenflügel 2 Treppen. 
Eine enge und morsche Wendeltreppe führt zur Wohnung der Patientin; die Wohnung 
jesteht aus 2 je einfenstrigen Stuben und eine Küche. Letztere hat eine schräg abgehende 
Jecke. Der Schlafraum, 4,20 m lang, 3,70 m breit geht bis auf 55 cm Höhe schräg herab. 
Die Tapete ist zum grossen Teil angenagelt, um zu verhüten, dass der Putz herabfällt. Die 
Fenster sind nicht verschliessbar. Der Regen fliesst‘ in Strömen herein. Auch die Türen 
sind nicht dicht. Der Ofen in der Stube und die Kochmaschine in der Küche befinden sich 
in sehr defektem Zustande. Wohnung ist dunkel. 
Die Benutzung der Küchen als Aufenthaltsraum erscheint in folgenden Schilderungen: 
Reichenbergerstr. 123, Quergebäude im Keller. 
Die Wohnung besteht aus Stube und Küche, Beide Räume sind sehr dunkel. Luft 
und Licht haben keinen Zutritt. Durch die Küche, in welcher der Kranke schläft, führen 
die Abflussröhren vom Klosett. Kurz vor dem Fenster steht ein Nachbarhaus; von diesem 
bis an die Stubenfenster befinden sich mehrere Hofklosetts. Die Wohnung ist nur 3 m hoch. 
Davon befinden sich 2 m unter der Hoffläche. Patient schläft auf dem Sofa in der Küche. 
Ein Deckbett besitzt Patient nicht. 
Wasserthorstr. 43, Vorderhaus 3 Treppen. 
Als Schlaf- und Aufenthaltsraum der Patientin dient eine dunkle und dumpfige Küche. 
Als Mobiliar fand sich vor: 1 alter Tisch, 1 Sessel, 1 Kasten und eine Feldbhettstelle 
ahne Füsse, die Kleidungsstücke hängen an der Wand. 
Grimmstr. 9, Vorderhaus 4 Treppen. 
Patient, 15 Jahre alt, an Rheuma erkrankt, bewohnt mit seiner Mutter und Schwester 
2ine Stube und Küche. Die Stube ist abvermietet. Die Genannten schlafen in der Küche. 
Die Mutter schläft mit der 13 jährigen lungenkranken Tochter in einem Bett der Patient in
	        
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