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Full text: Unsere Wohnungsuntersuchungen in den Jahren ... (Public Domain) Issue1917 (Public Domain)

- 28 — 
Ueber die Art der Heizgelegenheit der geprüften Aufenthaltsräume unterrichten die Tafeln 
H1 und 2. Von den in Familien lebenden Personen wurden 
1917 1==0,03 Proz. gegen 1916 0,13 Proz. Männer 
10=0,07 „ „014° „ Frauen 
ınd von den in Schlafstellen oder möbliert wohnenden 
1917 1= 0,63 Proz. gegen 1916 0,69 Proz. Männer 
1=—=023 „ „0,00 „ Frauen 
in Räumen ohne jede Heizgelegenheit angetroffen. 
Wir haben bei Behandlung dieser Tafeln immer darauf hingewiesen, daß die Prozentzahlen 
geeignet sind, zu verschleiern, wie furchtbar gerade das Geschick eines kranken Menschen ist, 
der sich in einem ungeheizten Raume aufhalten muß. Es ist hinreichend bekannt, daß Kranken- 
zimmer gut gelüftet und genügend erwärmt sein sollen. Vergegenwärt'gen wir uns nun, daß 
Lungenleidende, Rheumatiker usw. verurteilt sein sollen, in kalten Räumen ihrer Genesung 
zu harren, so werden wir die Vergeblichkeit eines solchen Beginnens wohl erkennen, Wir 
müssen in der Tatsache, daß unsere Krankenbesucher von 1914—1917 285 arbeitsunfähig 
erkrankte Mitglieder unserer Kasse in nicht heizbaren Räumen angetroffen haben, nicht nur 
eine schwere Schädigung der in solchen Verhältnissen dahinsiechenden Kranken erblicken, 
sondern auch erkennen, daß in solchen Fällen der Hauptzweck der Krankenhilfe, möglichst rasch 
und nachhaltig die Genesung der Patienten herbeizuführen, nicht erreicht werden kann, 
Wie sehr dieser Umstand aber sowohl im Interesse der Volksgesundheit wie der Kranken- 
kassen beachtet werden muß, mag daraus ermessen werden, daß in der früheren Ortskrankenkasse 
für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker von 1901—10913, der Zeit, 
in welcher die Aufenthaltsräume der Kranken untersucht wurden, 4668 Patienten sich in nicht 
heizbaren Räumen aufhalten mußten.. Freie ärztliche Behandlung, Arznei und Krankengeld 
verfehlen hier ihren Zweck, mit ihnen allein kann den Kranken die fehlende Wärme nicht zugeführt 
werden, es muß vielmehr dafür Sorge getragen werden, daß diese Aermsten der Armen Unterkunft 
und Genesung in Anstalten finden können und nicht abgewiesen werden, weil „Aufnahme nicht 
dringend nötig“ oder der Fall „zur Aufnahme nicht geeignet“ erachtet wird. 
1917. 
Verteilung der in Familien lebenden Patienten nach Art der Heizgelegenheit ihrer 
Aufenthaltsräume. H 1. 
«Ss wohnen in Räumen 
ohne ı mi mit 
Heiz- ) eisernen | Zentral- 
gelegenheit" Oefen heizung 
m. w.0om 9 w. mw 
Krankheiten der Patienten 
Gesamt- 
zahl 
m. | ww. 
Il. Entwickelungskrankheiten 
IL. a) Lungenleiden ....... 
b) Sonstige Infektions- und 
parasitäre Krankheiten . 
II. SonstigeallgemeineKrank- 
heiten ..........4. 
IV. Oertliche Krank- 
heiten: 
a) des Nervensystems . ... 
d) der Atmungsorgane ... 
c) der Kreislauforgane ... 
d) der Verdauungsorgane. . 
e) der Harn-und Geschlechts- 
‚Organe. .......... 
f) der Bewegungsorgane . . 
g) Sonstige Örtliche_Krankh. 
Insgesamt . . | 1 | 10V 7 234 | 29 | 53 
U AA 
6 — 1 9. 
971 17 | 16 | 7992| 
11-1 8 1172| 827] 
9941 — 10V 2 941 
2313] al 94 | 847 2451 
Wi 
99 | 184) 870 
1 71 
1619l 
{ 
a1l 78! 1706 
— 7 
2 6- 
1 3 
5! 4 
185 
370 
240 
378 
11721 11 529 
12 19 55 
735| 151 46- 
99641 17| 1131 
201 1251 
395) 1214 
264 807 
406| 2431 
Q 
85| 829 
323 1142 
422) 1068 
3079 55055 6 631 3202/14010 
| 3603| 38094) 758 | 2737 124700 42068 
Q
	        
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