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Full text: Unsere Wohnungsuntersuchungen in den Jahren ... (Public Domain) Issue1913/1914 (Public Domain)

Aborte. 
SW., Belle-Alliance-Straße 58, Quergebäude, 3. Geschoß links. 
Das Klosett befindet sich in der Küche und hat kein Abzugsfenster; daher ist in der 
Küche schlechte Luft. 
SO., Wrangelstraße 133, Quergebäude, 3. Geschoß. 
In dem Quergebäude des alten Hauses befinden sich keine Klosetts. Die 18—20 Haus- 
haltungen mit 40—50 Personen müssen drei Hofklosetts benutzen. Diese werden einmal in 
jeder Woche gereinigt. Die Aborte sind zumeist unsauber und sind selten verschlossen, auch 
sollen oft Fremde diese Klosetts benutzen. 
SO., Adalbertstraße 64, Vorderhaus, 2. Geschoß. 
Die Wohnung hat keinen eigenen Abort. Den Abort benutzen sechs Haushaltungen mit 
30—35 Personen. Die Reinigung ist mangelhaft. 
S., Britzer Straße 47, Vorderhaus, 3. Geschoß. 
Die Wohnung hat keinen eigenen Abort. Den Abort benutzen zirka 18 Mieter mit zirka 
30 Personen. Die Reinigung erfolgt am Mittwoch und Sonnabend. 
Portierwohnungen. 
Biesenthaler Straße 4, rechter Seitenflügel, Keller. (Portierwohnung.) 
Die Wohnung liegt ca. 1,50 m tief und ist sehr naß. Von den Stubenwänden ist die 
Farbe und der Putz abgebröckelt. Die Wohnung ist dunkel und kann nicht genügend 
jelüftet werden. Die übrigen Keller sind Lagerkeller der Mieter. 
Die Bewohner sind zwei alte Leute, welche für diese Wohnung die Hausreinigung machen. 
Die Bewohner des Hinterhauses benutzen nur die Hofaborte, welche sauber gehalten werden. 
S., Oranienstraße 28, linker Seitenflügel, 1. Geschoß. (Portierwohnung.) 
Die Wohnung liegt über einem Stall und ist sehr niedrig. Die Räume haben kleine 
Fenster, sind aber trocken. 
SW., Hagelberger Straße 33, rechter Seitenflügel, Keller. (Portierwohnung.) 
. Die Küche gleicht einer dunklen Kammer und hat nur eine Abzugsluke zum Treppen- 
ur. Die Wohnung ist sauber und gut gelüftet. 
SW., Hagelberger Straße 45, rechter Seitenflügel, Keller. (Portier.) 
Diese Portierwohnung liegt 1,45 m unter Erdgleiche. Die Luft ist muffig, an der 
Fensterwand ist die Tapete feucht und mit Schimmel besetzt. Der Fußboden in der Küche 
st mit Ziegelsteinen ausgelegt. 
SO.. Cöpenicker Straße 42, Vorderhaus, im Keller. (Portier.) 
Die Kellerwohnung ist die Portierwohnung, ist sehr dunkel und feucht. Die Stube 
liegt ca. 1,60 m tief, hat: 1 Fenster 90 X 100 cm. An den Fenstern sitzen die Pilze, die 
Wände sind von der Nässe abgebröckelt. In dem Raum ist dumpfige Luft,;die Kinder sind 
bleich und kränklich. Die Küche ist dunkel und schwarz geräuchert, hat 1 Fenster 90 X 55 cm. 
Der Eingang ist ebenfalls dunkel, auch liegen neben diesem Keller die Lagerkeller der 
Mieter. Der Ehemann steht seit einem Jahre im Felde, 
Feuchte und dunkle Wohnungen. 
SO., Naunynstraße 45, Quergebäude, 2. Geschoß. 
Patientin ist gezogen. Der Hof ist sehr klein, von vier Seiten bebaut, daher sind 
sämtliche Wohnungen dunkel. Der Aufgang ist ebenfalls dunkel, 3 m vor den Treppen- 
=enstern ist eine Giebelwand. 
SW., Kreuzbergstraße 25, Quergebäude, Dach. 
Die Wohnung liegt im 5. Stockwerk, ist keine Dachwohnung, sondern hat große, helle 
Fenster, kann auch gut gelüftet werden. 
An zwei Seiten sind Giebelwände, welche sehr feucht waren und darum mit Holzwänden 
überzogen wurden. Im Sommer sind die Wände hell und trocken. Der Ehemann steht im Felde. 
Dresdener Straße 7, Vorderhaus, 3 Treppen. 
Die Küche und die Stube sind feucht, in der‘ Stube befindet sich Schimmel an den 
Wänden. Die Kammer hat keine Tür und kein Fenster, Als Fenster dient eine Oeffnung, 
168 X 52 cm, welche in der Stubenwand sich befindet. Das Klosett steht auf dem Treppen- 
ur und ist mit Brettern verkleidet. Patient ist gezogen.
	        
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