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Volume Zweiter Teil Biographische Notizen

Full text: Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen (Public Domain) Issue1912 (Public Domain)

32 Biographische Notizen. 
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116 200 MA und im Jahre 1910 nur 113 800 M zahlte. Sein 
Linkommen ist also zurückgegangen. 
Der reichste Mann in Mülheim a. d. Ruhr kann im 
Jahre 1897 kein größeres Vermögen als 18 Mill. Mark 
versteuert haben. In dem ganzen Reg.Bez. Düsseldorf 
gab es nämlich im Jahre 1897 außer Krupp keine Person, 
die mehr als 18 Mill. Mark Vermögen hatte. In der Klasse 
von 17 bis 18 Mill. Mark Vermögen steckten aber damals 
drei Personen, die in Städten wohnten. Niemand wird be— 
zweifeln, daß Thyssen eine dieser drei Personen war. 
Auch das Einkommen August Chyssens betrug damals 
bestimmt noch nicht 1 Mill. Mark. Es betrug nämlich das 
zweite Einkommen im Reg.Bez. Düsseldorf im Jahre 1897 
nicht mehr als nahezu 1 Mill. Mark, während das größte 
Linkommen dem Berrn Krupp zustand. Im Jahre 1896 
hatte das zweite Einkommen im Reg.Bez. Düsseldorf 
bloß 900 000 M betragen. 
Es ist durchaus nicht sicher, daß Aug. Thyssen der glück 
liche Bezieher dieses CEinkommens war. Vielleicht war sein 
Einkommen sogar etwas geringer. 
Wenn jemand nur 900 000 M Einkommen hat, dann 
ist die Wahrscheinlichkeit nicht groß, daß er in seinem Leben 
einige hundert Millionen Mark erspart. Aus seinen Er— 
sparnissen hätte Aug. Thyssen nicht einmal das Vermögen 
bon 55 Mill. Mark erspart, welches er im Jahre 1908 ver— 
steuerte. Einen großen Teil dieses Vermögens verdankt er 
einem besonders guten Geschäfte, welches er durch sein kauf— 
männisches Genie und durch sein Glück zustande gebracht hat. 
Er verkaufte nämlich im Jahre 1902 dem preußischen Staate 
eine Reihe von Kohlenfeldern, die er selbst erst erworben 
hatte. 
Bis 1902 besaß der preußische Bergfiskus in Westfalen 
nur das Steinkohlenbergwerk bei Ibbenbüren, das konsoli— 
dierte Feld Friedrich Wilhelm und einige andere, insgesamt 
113 198 129 4m. Auf Grund des Gesetzes vom 21. März 
1902 wurden durch den Fiskus die Bergwerke Vereinigte 
Gladbeck, Bergmannsglück, Vereinigte Gute Hoffnung, 
Berlin, Potsdam, Waltrop, Friedrich, zumeist in den Kreisen 
Recklinghausen und Lüdinghausen, erworben. Diese 96 
Normalfelder umfaßten zusammen 210 144 000 qm. Auf— 
zeschlossen von diesen Feldern war damals nur das Berg— 
werk Vereinigte Gladbeck durch die gleichnamige Feche.
	        
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