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Volume Zweiter Teil Biographische Notizen

Full text: Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen (Public Domain) Issue1912 (Public Domain)

106 Biographische Notizen. 
—E 
Der Hügel bildet einen besonderen Gutsbezirk mit 
eigner Gendarmeriestation innerhalb der engeren Um— 
friedung der Villa. Dieser Gutsbezirk ist entstanden durch den 
Zusammenkauf von 64 bäuerlichen Grundstücken, aus denen 
das bewaldete Gebirge von mäßiger Höhe bestand, welches 
heute als Villa Hügel bezeichnet wird. Als der Vater des 
letzten Krupp sich die Villa Hügel erbaute, wurde zwischen 
Krupp und der Stadt Essen unter Genehmigung der Re— 
gierung vereinbart, daß Krupp seine Staatssteuern nach wie 
vor in der Stadt Essen entrichten werde, obgleich er künftig 
außerhalb der Stadt auf dem platten Lande seinen Wohn— 
sitz hatte. 
Die Bedeutung dieser Abmachung für die Stadt Essen 
lag wohl nur in den weiteren Bestimmungen über die 
Entrichtung der Kommunalsteuern. Denn an sich kann es 
einer Gemeinde ziemlich gleichgültig sein, ob jemand die 
Staatssteuern in ihr entrichtet oder nicht; da die Gemeinde 
von der Erhebung der Staatssteuern keinen Vorteil hat. 
Aber die Entrichtung der Staatssteuern kann von Einfluß 
sein für die Beurteilung der Frage, wo jemand seine Kom- 
munalsteuern zu entrichten hat. 
Frau Margarete verw. Krupp geb. Freiin von Ende 
wohnt auf dem Gutsbezirk Hügel und doch kann diese 
frühere Abmachung nicht für sie als rechtsverbindlich be— 
trachtet werden. Daher ist anzunehmen, daß sie ihre Staats— 
steuern auf dem Lande, also direkt in die Kasse des Land— 
kreises Essen zahlt. 
Es ist oben schon in den biographischen Notizen über 
Frau Krupp von Bohlen und Halbach gezeigt worden, 
daß die Witwe Friedrich Alfred Urupps und seine jüngere 
Tochter zusammen wahrscheinlich 50 Mill. Mark geerbt 
haben. Als Friedrich Alfred Krupp sein Vermögen Ende 
1901 für die Steuerveranlagung des Jahres 1902 mit 
187 Mill. Mark deklarierte, gab er gleichzeitig sein Einkommen 
auf 21 Mill. Mark an. Bei seinem Code am 22. November 
1902 dürfte sein Vermögen teils durch Ersparnisse, teils 
durch Wertvermehrung vielleicht 205 bis 210 Mill. Mark 
betragen haben. Bei der Begründung der A.-G. mit Wir— 
kung vom 1. Juli 1903 wurde aber das Aktienkapital nur auf 
160 Mill. Mark festgesetzt. Uberdies hatte Krupp seiner 
Hemahlin schon in früheren Jahren die Besitzung in Baden— 
Baden schenkungsweise übertragen.
	        
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