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hunden, die das Wild jagen sollen, das den andern zu
leichtfüßig ist.“
Kößling horchte auf, dieser Vergleich hatte etwas Be—
stechendes. Aber was hatte er denn eigentlich damit zu
tun. — Jason erfaßte die Stimmung, die Kößling be—
herrschte, ohne daß Kößling sich auch nur wandte oder gar
entgegnete.
Nun redet der, meinen Sie jetzt. Was weiß er denn
von dem, was mich bewegt. — Lieber Doktor, glauben
Sie mir das eine: die Welt hat einen Liebenden noch
nie verstanden — und später werden Sie sich selbst kaum
noch verstehen.“
Koößling wollte antworten, aber er stockte. Was sollte
er denn hier noch sprechen?!
„Lieber Doktor, ich weiß, was Sie sagen wollen.
Wie oft habe ich schon mit dem Kopf durch die Wand
gewollt und mir beinahe den Kopf eingestoßen und die
Welt hat doch nachher immer recht behalten.“
Jason schwieg, als erwarte er eine Antwort. Aber
als der andere ganz still blieb, begann er wieder:
„Als ich zurückfuhr heute nachmittag, da dachte ich
bei mir, daß eigentlich doch das Ja oder Nein für Sie
bedeutungslos wäre.“
Koößling wandte sich plötzlich, als verstände er Ja—
son nicht.
„Ja, denn ich sagte mir, daß dadurch nur Ihr äuße—
res, aber nie Ihr inneres Leben getroffen würde.“
„Wie —?“ brachte Kößling langsam hervor, und es
klang, als ob er aus dem Schlaf spräche.
„Ich meinte, daß das Maß Ihrer Verehrung dadurch
keine Verringerung erführe und daß Ihre Träume und