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[Erstes Kapitel]

Full text: Mich hungert / Fink, Georg (Public Domain)

ich wagte nicht, sie zu streicheln. Mein Arm erlahmte, 
der Hut in der Hand wurde so schwer, ich hielt 
ihn nun mit beiden Händen. Ich sah nur schnell 
in dia Augen der schmutzigen Hunde hinein, einer 
war größer als ich, bückte sich, und seine warme 
nasse Zunge fuhr mir ins Gesicht. Ich lächelte ihn 
Sewiß an. Für den Augenblick vergaß ich den Hun- 
Ser, der Hut sank mit meinen Händen hinab — 
Da klirrte es sacht in ihm, da erst entdeckte ich, daß 
Geld in ihm war. Ich kannte Geld noch nicht, ich weiß 
nicht, ob es Kupfer oder Nickel war. Ich weiß auch 
nicht, wie lange ich da stand. Einmal beugte sich eine 
Frau, eine junge Frau, und streichelte mich, sie gab 
Mir einen Apfel, aber ich konnte ihn nicht nehmen, 
ich mußte ja so krampfhaft den Hut festhalten. Da 
steckte sie ihn in meine Tasche. Ich verstand nicht, 
Was sie sagte, Sie war so schnell wieder weg. Ein 
Kind zeigte auf mich, blieb stehen, wurde weiter- 
Berissen, Ich hatte Jetzt keinen Hunger mehr, aber ich 
flüsterte immer noch: 
„Mich hungert...“ 
Auf einmal stand der Vater vor mir. Ich weiß 
nicht, vielleicht hatte er drüben irgendwo aufge- 
Paßt und mich belauert. Er zog mich ins Haus und 
STiff in den Hut. Er lachte. 
„Fein, Junge!“ sagte er, „Bist doch zu was nütze. 
Bist auch mein lieber J unge, was?“
	        
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