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Preisfrage.
Die gelehrten Academleen des Zn- und Auslandes werden zur Beant
wortung folgender Preisfrage aufgefordert. „Hat Italien seinen guten Ruf
durch eine» Autor der neueren Zeit verloren, oder dieser seinen schlechten
dort bekommen?"
Gehorsamste Sitte.
Es Ist wahrhaftig schon bescheiden, wenn man für sich selbst nur »in
freies Athme» bittet. Mehrere Theaterfreunde treiben aber die Bescheidenheit so
weit, daß sic dies sogar nur für.andere erbitten. Nämlich für Herrn G...
und Madame W denen gewiß das Athemholcn verboten ist, weshalb
sie Beide da« Verbot umgehen, und Hr. G..., der Pfiffikus, inimcrschnarcht
mn heimlich dabei etwas Luft zu schnappen, Mad. W dagegen de»
Diebstahl durch Schluchze» maskirt. Wir legen daher eine dringende Bitte
bei der bochloblichc» Tbcaterbehörde ein, den beiden Genannten (oder vielmehr
nicht Genannten) wieder freies Athemholcn zu erlauben, da Alhcmschnarchcii
und Athcmschluchzen doch eine zu harte Strafe ist. Oder wäre sie auf Zeit
lebens ditlirt? — Vielleicht könnte indessen päbstliche Gnade oder kaiserliches
Machtwort selbst iu diesem Falle davon freisprechen, und alsdann wendeten sich
Hr. E... und Mad. W wohl am besten an den Kaiser Friedrich I. lind
Pabst Alerander III.
Einige Theaterfreunde.
Raritäten von Berlin.
Berlin (nicht meines) bat eine Doppelmcrkwürdigkeit: Einen bis zur Un
sichtbarkeit kleinen Kritiker und einen dito Dramatiker. Aber beide thun fast
täglich Wunder, indem sic beweisen, daß es noch etwas kleineres giebt
als ihre Körper. — Sie sollte» doch einander hciralhcn, was für sie
noch de» besondern Bortheil hätte, daß sie ihre Wäsche nicht umzeichnen
zu lassen brauchten, weil man sie Beide im gelehrten Berlin «nlcr einem
Buchstaben findet. — Berlin bat aber noch eine Doppelmcrkwürdigkeit: Ei
nen bis zur Unumgänglichkeit (d. h. der weder zu umgehen noch m i l dem um
zugehen ist) dicken Selbstbüchcrmachcr und einen dito Recensenten solcher, die
andere gemacht haben. Auch sie beweisen beide täglich, daß es noch etwas
Ungeschickteres giebt als sie selbst, nämlich ihre Federn. Die zwei Kerle fan
gen nicht nur mit einem Buchstaben an, sondern stecken in demselben Futteral
oder Körper, welches den Bortheil gewährt, daß man Beide zugleich mit einem
Stricke aufhängen kann, was sie vielleicht längst verdient hätten. Das
Aufhängen bringt mich auf die Idee den Anfangsbuchstabe» dieser Doppel-
merkwürdigkeiten für de», der sic noch nicht gerathen hat, in ein Buchstabe»-
Räthsel zu bringen, das ich folgendermaßen säuberlich metrisch fasse und reime:
Dvrwärls, ein Doge! filegts zur Sonn' hinan
Rückwärts, deß Seemanns Ruh' der nicht ersaufen kan».
Schade, daß es keine Räthselfibel giebt; für diese würde ich die schönen Verse
einsenden.
Herrn Stümers Bildniß ist bei Herrn Gropius erschienen. Uns
taucht, er hätte sich entweder früher lilhographircn lassen oder länger sin
gen sollen.
Buchdrucker«!: F. F. Starcke.