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Die Lustschiffe König Friedrichs I. (III.) von Preußen (1688-1713)

Volltext: Erforschtes und Erlebtes aus dem alten Berlin (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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Die Belebung seiner Gewässer mit vortrefflichem Schiffsmaterial 
wußte der Monarch um so wirkungsvoller zu gestalten, als er seine 
zahlreichen Jachten mit Geschützen armierte, die bei festlichen An- 
lässen ihren Donnergruß erschallen ließen. So lesen wir von den 
Festlichkeiten bei der Bermählung der Prinzessin Luise Dorothee 
Sophie mit dem Erbprinzen Friedrich von Hessen-Kassel im Jahre 
1700 in v. Bessers Aufzeichnungen?) : „Sobald Se. Churfl. Durch- 
laucht (Friedrich 111.) außerhalb der Stadt (Berlin) die fremde 
Herrschafft in die Kutschen aufgenommen, und sich denen Truppen 
genähert, jo ward aus den 12 Stücken, die in der Linie stunden, 
zu feuren angefangen, und darauf aus den hundert halben und ganten 
Carthaunen, die man deßwegen zu Walle gebracht, rings um die 
Stadt herum geantwortet; wie imgleichen auch aus den Stüken 
der Chur-Fürstlichen ganß vergüldeten Jagt und Galeere, die damahls 
eben zu nechst der neu-erbauten steinern Spree-Brücken (der Langen 
Brüde), über welche der Zug gehen sollen, vor Anker lagen, und mit 
ihren ausgelassenen schönen Wimpeln und Flaggen sich über den 
ganzen Fluß ausbreiteten.“ 
Bon der Feier des Geburtstages der Königin am 6. Mai 1711 
heißt es in v. Bessers Hofjournal: „Des Morgens um 10 Uhr, als 
Seine Majestät der König die Königin besuchte, wurden alle die 
StüFe auf denen im Charlottenburgischen Bassin (Schloßteich) 
liegenden Galeeren und Jachten gelöset, der ganze Hof war in 
Gala. . “ 
Daß unsere s<hmu&en Fahrzeuge dem damaligen Stadtbilde 
als reizvolle Folie dienten, ersehen wir aus der Steigerung seines 
Schiffsverkehrs, zu der die Anlegung des „Neuen Grabens“ oder 
Friedrich-Wilhelm-Kanals durch de la Chieze und Michael Matthias 
Smids wesentlich beitrug; diese Wasserverbindung ermöglichte es, 
einen großen Teil des Oderverkehrs von dem damals noch s<wedischen 
Stettin abzuleiten und dem Stromgebiet der Spree zuzuführen. 
„Berlin als Seestadt“, keine geeignetere Bezeichnung könnten wir 
für eine Ansicht von Spree-Athen finden, die uns Peter Schenk 
unter Benutzung eines Madderstegschen Bildes von Berlin in seinem 
Werk „Hekatompolis“ gibt (Abb. 1). Im Hintergrund die Stadt 
mit ihren ragenden Türmen und dem Schloß, das den von Schlüter 
geplanten, aber nicht zur Ausführung gekommenen Aufbau zeigt. 
1) vy, Besser, Schriften („Des Herrn v. B, Schriften“). Leipzig 1711, S. 352.
	        
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