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Band 21. Dezember 1962

Volltext : Dienstblatt des Senats von Berlin (Public Domain) Ausgabe 1962 (Public Domain)

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beansprucht uneingeschränkt Beherrschung und völlige
Durchdringung des gesamten öffentlichen und privaten
Lebens;
setzt die Alleinherrschaft einer Partei durch und
schaltet jegliche Opposition aus; -
benutzt demokratische Formen zur Scheinlegitimierung‘
der Diktatur einer Minderheit;
herrscht mit systematischem, politischem, geistigem
und seelischem Terror, der grundsätzlich jeden, selbst
die eigenen Anhänger, bedroht, sich aber vor allem
gegen bestimmte, zu Feinden erklärte Gruppen richtet;
mißachtet die Würde des Menschen;
verfälscht und mißbraucht werthaltige Begriffe
(Friede, Freiheit, Demokratie, Sozialismus, Ehre,
Vaterland u. a.) und pervertiert sittliche und rechtliche
Werte im Dienste der Parteiziele („Die Partei hat
immer recht“);
erstrebt die Weltherrschaft.

B. Formen des Totalitarismus
[. Der Nationalsozialismus
Der Weg in den totalitären Staat
Hitler, Entstehung und Ziele der NSDAP — der
30. Januar 1933 — Zerstörung der verfassungsmäßigen
und rechtsstaatlichen Ordnung (Aufhebung der wichtigsten
 Grundrechte durch die Verordnung vom
28. Februar 1933. Ermächtigungsgesetz, der Sog.
„Röhm-Putsch‘“) — Gleichschaltung des politischen und
gesellschaftlichen Lebens.
Das Terrorsystem des Nationalsozialismus
Kampf gegen politische Gegner und. die christlichen
Kirchen — SS, Gestapo, Konzentrationslager — Rassenpolitik:
 Judenausrottung und Vernichtung. „unwerten
Lebens‘.
Hitlers Eroberungspolitik und planmäßige Vorbereitung
des 2. Weltkrieges
Die Doppelzüngigkeit der Außenpolitik: Friedensbeteuerungen
 bei gleichzeitiger Kriegsvorbereitung (z. B.
„Mein Kampf“, Hoßbach-Niederschrift) — Arbeitsbeschaffung
 im Dienste der Aufrüstung und Kriegsvorbereitung
 — Vertragsbrüche und Annexionen —
Hitlers Pakt mit Stalin.
Der 2. Weltkrieg als Katastrophe Europas
Der Überfall auf Polen und auf neutrale Staaten —
Angriff gegen die Sowjetunion — der „totale Krieg“ —
Terror in den besetzten Gebieten — die Wende des
Krieges — der Zusammenbruch und seine Folgen.
Der deutsche Widerstand gegen das nationalsozialistische
 System
Äußere und innere Emigration — Widerstandskreise —
der 20. Juli 1944.

II. Der Bolschewismus
Die Bolschewistische Revolution 1917-1921 und die
Errichtung der „Diktatur des Proletariats“ in Rußland
Entstehung und Ziele des Bolschewismus; Lenin —
gewaltsame Machtübernahme durch eine Minderheit
(„Oktoberrevolution‘“) — Bürgerkrieg, Beseitigung der
bisher führenden Schichten und Ausschaltung aller
Gegner — Unterdrückung der Religionsgemeinschaften
 — Anfänge der Geheimpolizei (Tscheka) — Unterwerfung
 selbständig gewordener Völker des ehemaligen
Zarenreiches (Ukrainer, Georgier u. a.) — weltrevolutionäre
 Bestrebungen (Förderung von Aufständen,
Komintern).
Stalins „Aufbau des Sozialismus in einem Lande“
Ausbeutung der Menschen durch die staatliche Zwangswirtschaft:
 Kollektivierung und Industrialisierung

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(Plansoll, Stachanow-System) — die Geheimpolizei als
Instrument des permanenten Terrors (Zwangsarbeitslager)
 — die großen „Säuberungen“ innerhalb der kommunistischen
 Partei — Stalins Alleinherrschaft (Stalin-Kult)
 und die Verfassung von 1936.
Die sowjetische Außenpolitik im Dienste der Machtausbreitung
 des Bolschewismus
Hitler-Stalin-Pakt — Angriff auf Finnland und Ausschluß
 aus dem Völkerbund — Annexion Ostpolens
(Katyn), der baltischen Länder und Bessarabiens —
imperialistische Politik während des „Großen Vaterländischen
 Krieges“ (Eroberungen in Ost- und Ostmitteleuropa
 und Ostasien) — gewaltsame Umsiedlung
ganzer Bevölkerungsgruppen; Massenvertreibungen.
Der Bolschewismus als Weltmacht
Gewaltsame Schaffung der „Volksdemokratien“ unter
Bruch sowjetischer Zusicherungen und Mißachtung des
Selbstbestimmungsrechts der Völker — die kommunistische
 Gewaltherrschaft in der Sowjetzone — Bolschewisierung
 Chinas — Überfall auf Südkorea — Doppelzüngigkeit
 der „Koexistenz“ — Politik Chruschtschows:
Mißbrauch der Friedenssehnsucht der Völker; Einmischungs-
 und Infiltrationspolitik gegenüber den jungen
Staaten Asiens und Afrikas, Zersetzungsarbeit der
kommunistischen Parteien und Tarnorganisationen in
den nichtkommunistischen Ländern — Bedrohung‘ Berlins
 seit 1958 (Blockade 1948/1949; Chruschtschows
Ultimatum 1958; der 13. August 1961).
Der Widerstand der Unterdrückten gegen den Bolschewismus

Der Kronstädter Aufstand 1921 — der 17. Juni 1953 -
Aufstände in sowjetischen Zwangsarbeitslagern - ungarische
 Revolution 1956 — Tibet — Massenflucht.

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5.

C. Methodische Hinweise

Bei der Darstellung des kommunistischen und des nationalsozialistischen
 Totalitarismus sind ihre verwerfliche Zielsetzung
 und ihre verbrecherischen Methoden deutlich zu
machen. Die Tatsache, daß die beiden Systeme einander
bekämpft haben, darf nicht über ihre enge Verwandtschaft
hinwegtäuschen.
Im Unterricht über den Nationalsozialismus müssen dem
Schüler die Maßlosigkeit Hitlers und die innere Notwendigkeit
 der Katastrophe gezeigt werden;
im Unterricht über den Bolschewismus ist dem Schüler der
weltweite Anspruch und die damit verbundene Gefahr für
die Menschheit zu zeigen.
Ausgewählte Beispiele sollen das menschliche Leid, das
von den totalitären Systemen verursacht wird, zum erschütternden
 Erlebnis werden lassen. Die Haltung, die
Männer und Frauen des Widerstandes und Verfolgte des
Totalitarismus bewiesen haben, ist im Unterricht, auch in
Schulfeiern, als vorbildlich zu würdigen.
Der Unterricht soll im jungen Menschen den Willen
wecken, selbst verantwortlich an der Gestaltung der demokratisch-rechtsstaatlichen
 Ordnung. mitzuwirken und zur
Abwehr des Herrschaftsanspruches des Totalitarismus
beizutragen. Der Erfolg hängt — besonders bei der Behandlung
 des Nationalsozialismus — in hohem Grade von der
Offenheit ab, mit der Lehrer und Schüler einander begegnen.
Jeder Schüler ist mit den genannten Themen in der seinem
Alter und seiner Vorbildung entsprechenden Methode vertraut
 zu machen.
Bei ihrer Erarbeitung darf auf die Heranziehung von
Quellen nicht verzichtet werden. Die Benutzung audiovisueller
 Hilfsmittel ist erwünscht; dabei ist eine gründliche
 Vorbereitung und Auswertung unerläßlich. Lehrerund
 Schülerbüchereien sind mit geeignetem Schrifttum
auszustatten.
            
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