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I. Kapitel. Theatergründungen 1. Unbegründete Gründungen

Volltext : Das Theater als Geschäft / Epstein, Max (Public Domain)

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1.  Kapitel

Theatergründungen
1.  Unbegründete  Gründungen.
D er  verstorbene  Pserhofer  hat  gesagt: ­
  man  kann  ein  Theater  gründen,  ohne
einen  Grund  zu  haben.  —  Ich  darf  sagen,  dass
seit  einigen  Jahren  alle  Leute,  die  Gründungsschmerzen ­
  haben,  zu  mir  kommen,  und  es  ist
ganz  erstaunlich,  wieviel  unheilbar  Kranke
sich  darunter  befinden.  Die  Schlimmsten  sind
diejenigen,  die  überhaupt  keine  Idee  haben,
sondern  die  nur  Direktoren  werden  wollen.
Wenn  man  sie  fragt,  was  sie  eigentlich  spielen
wollen,  dann  antworten  sie:  Das  hängt  von  der
Zukunft  ab,  man  wird  schon  sehen,  was  gerade
beliebt  ist.  Das  sind  die  Paralytiker  der  Theatergründungen. ­
  Einen  sehr  schweren  Fall  bilden ­
  dann  die  Grössenwahnsinnigen.  Sie  haben
bisher  in  Iglau  oder  bestenfalls  in  Czemowitz
  für  300  Kr.  monatlich  gespielt,  aber  sie
glauben  an  die  Notwendigkeit,  ihr  Vaterland  zu
vergrössem.  Sie  fangen  nun  nicht  mit  einer
kleineren  Gründung  an,  die  ihnen  vielleicht
angemessen  sein  würde,  einem  Wiener  Res
taurant,  einem  kleinen  Tingeltangel  oder
schlimmstenfalls  einem  billigen  Vorstadttheater
mit  Sensationsstückchen.  Nein,  sie  haben  Millionenprojekte. ­
  Ihre  Gage  beträgt  6  Mark
täglich,  ihr  Vermögen  weniger,  aber  sie
schrecken  nicht  davor  zurück,  für  ein  Theater
            
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