2,14,4 = 112 Schiffe und wenn nur 75% der Schiffe die Schleufe kreuzen 112 . 0,75
— 84 Schiffe an einem Tage gefchleuft werden Können. Der für diefe Schleufungen
erforderliche Wafferbedarf ergicht fih mithin zu:
84 . 781 = 65 604 cbm. Hierzu gerechnet für Wafferverbraudh der Turbinen und Waffer:
verluft durch Undichtiakeit der Thore
amd 5% = 3396 cbm
zufanımen 69 000 cbm pro Tug, oder pro Sekunde A = rund 0,8 cbm.
Der Gefammtwafferverbrauch für die obere Haltung ergiebt fidh demnach zu 0,055 +0,8
= 0,855 cbm pro Sekunde. Bei einer mittleren jährlidhen Regenhöhe von 57,3 cm
‚:S. 30 Zeile 10], gelangen während des Sommerhalbjahrs 0,846 cbm aus dem Niederfchlagszebiet
des Kanals zum ANofluß, bei der gerinaften Kegenhöhe von 40 cm dahingegen
immer no) 0,592 cbm.
Kür die untere Haltung find für Berdunitung laut Berehnung 0,016 cbm pro
Zefunde erforderlich, mährend felbit bei der geringften Regenhöhe von 0,40 m pro Sekunde
vährend der Sommermonate aus dem MNiederfchlaqsagebiet 0,0868 cbm pro Sekunde zum
Xbiluß gelangen.
Vorftehende Ausführungen laffen erkennen, daß die Speifung des Teltow-Kanals
uch mit Rückhicht darauf, daß die Oberfpree zeitweife in ihrer Wafferabgabe-Fähigkeit
Sefhränkt fein follte, in jeder Beziehung ficher geftellt ift. Im allgemeinen pflegen die
Zeiten größten Verkehrs nicht mit denjenigen der niedrigjiten Wafferftände zufammenzufallen.
Segebenen Falles aber wäre Telbft dann die Wafferentnahme aus der DYberfpree eine fo
geringfügige, daß Ddiefelbe — au mit Rücficht auf die fanitären Verhältniffe Berlins,
weldhe nad den cinleitenden Bemerkungen diefes NbjOHnittes ein gewijfes Waflerminimum
Hır Spülzwede beanfpruchen, — unbedenklich geftattet werden Könnte.
Nebenbei bemerkt — dürfte es übrigens Feinem Zweifel unterliegen, daß in erfter
Zinie die Anfprüde der Schiffahrt aus dem zur Verfügung ftehenden Wafjfervorrat
der Cberfpree zu befriedigen find, insbefondere, wenn — wie dies hier der Fal — nur
ne VerfdhHiebung und nicht eine abfolute Erhöhung des Wafferbezuges gefordert wird.
Die in VBorftehendem über die natlrlihHen Zuflüffe des Niederfhlagsgebietes des
Ranals angeftellten Berechnungen gehen von den üblidhen Vorausfeßgungen, wie fie erfahrungsmäßig
für die Norddeutfche Tiefebene giltig find, aus. Es darf nun nicht überfehen
werden, daß das vom Teltow-Kanal durchfchnittene Gelände fchon Heute und jedenfalls
fünftig höhere Nicderfchlags- und vor allem höhere Abilußziffern, als für den Durchichnitt
ailtig, aufmeifen wird.
Nicht allein der bei Fortfchreiten der f{täbtifhen Bebauung eintretende erhöhte
Wafferabfluß aus den atmofphärifdhen Niederfchlägen, fondern auch ‚die Vermehrung der
Fünftliden Zuflüffe felbjt werden gerade zu frodenen Jahreszeiten auf das hier in Betracht
fommende Niederfhlagsgebiet vorteilhaft und ausgleidhend einwirken. Unter Berücfichtigung
diejer Umftände darf wohl angenommen werden, daß der für die Sommermonate vor:
tchend berechnete Durchfehnitt des Wafferabflujfjes aus dem in Betracht kommenden
Nieder hlagsgebiet conftant gehalten werden und fomit der Wafjerbedarf des Kanals
jelbit obune Auhilfenahme der Oberipree aus eigenen Mitteln qedeckt werden kann.