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bewegung fordert die Gekrönte die ihr nahestehenden Engländer auf,
ihr zum Abendmahl zu folgen. IIinter ihr steht der langbärtige,
düstere Primas Cranmer im pelzverbrämten Talar mit dem Gebetbuch
in der Hand, die Stufen zum Dom-Chor hinaufsteigend. Dort sehen wir
auch den gefürchteten Minister Burleigh und den Seehelden Franz
Drake, welche der Königin folgen. Hinter ihnen steht der' ritter-
Iiche, reichgeschmückte Graf Es sex im Mantel mit wallendem Fe-
derhut. Mit der Hand auf scin Herz zeigend begegnet sein flam-
mendes Auge den holden Blicken seiner angebeteten Königin. Un-
terhalb schaut, umgeben von Engländern, zu ihr vertrauungsvoll em-
por, der geistreiche Theologe T h 0 m a s Mo r us.
Wo die Reformation nicht mit Feuer und Schwert, wie in Oester·
reich, Spanien, Frankreich, Süddeutschlaud und anderen Ländern ge-
~altsam unterdrückt wurde, brach sie sich Bahn. - Sie beglückte
das Volksbewufstsein. Ihren Entwickelungsgang hat die deutsche
Geschichte mit unauslöschlichen Tinten verzeichnet. Wie tief Kaulbach
in jene Zeit und ihre groIscn Begebenheiten eingedrungen ist, beweist
uns die glänzende Lösung seiner gewaltigen Aufgabe. Die Epochen der
Vergangenheit spreooen aus seincm Bilde mit beredter Sprache zu
uns. Seinen farbenprächtigen Gestalten sind die geistigen Motive ih-
rer Handlungen ausdrucksvoll aufgeprägt. Ihre historischen Costüme
nrrathen uns die, tiefsten Studien des Meisters, der sie uns in der
mannigfachsten Weise glänzend entfaltet. Wie schwer wird es nicht
oft dem Künstler, die Charakteristik streng historischer Persönlich.
keiten im Einzelnen darzustellen. Hier sehen wir von des Meisters
Hand eine groCse Anzahl derselben in höchster Vollendung vor uns.
FreU8D wir uns, dafs dies farbenreiche Bild so vortrefflich gelun-
gen ist. Preisen wir nns glücklich, in den v. Kaulbach'schen Bil-
dern des Königlichen Museums die köstlichsten Kunstschätze der Neu-
zeit zu besitzen, die den Ruhm des Meisters verherrlichend zu den
schönsten Zierden unserer Stadt ~ehören.
GlldnlClk& bai A. W. S..hade 111 l!erlin S&alllOhreibel'lltr.47.