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Volume 12. Januar 1935

Full text: Dienstblatt des Magistrats von Berlin (Public Domain) Issue1935 (Public Domain)

anerkannter in der Arbeitsfürsorge in größtem Um- fältig zu prüfen, ob die Voraussegungen für eine Be- 
fange Gebrauch gemacht werden. I< bitte daher, Nicht- jhäftigung in der Arbeitsfürsorge erfüllt sind. Ebenso 
anerkannte fortan in erster Linie zu berüdsichtigen. jorgfältig muß die von den einzelnen Wohlsahrts, 
Beschäftigung in der Anbeitsfürlorge ist insbesondere erwerbslosen zur Erlangung der Anwartschaft aus 
denjenigen nichtanerkannten ohifahriSerwerbsivjen Arbeitslosenunterstüßung (bei Nichtanerkannten: An- 
anzubieten, bei denen Verdacht auf Arbeitsunwilligkeit erfennung als Wohlfahrtserwerbsloser) noc<h abzu- 
oder vorgetäuschte Hilfsbedürftigkeit besteht. Etwaige leistende Gesamtarbeitsdauer festgestellt und die Beschäf. 
Einwendungen der Nichtanerkannten, daß sie wegen tigungsdauer entsprechend bemessen werden. Es wird 
ihres körperlichen Zustandes die verlangte Arbeit nicht nochmals darauf hingewiesen, daß in der Arbeits- 
leisten fönnen, sind durch ärztliche Untersuchung nach- fürsorge -- abgesehen von Nichtanerkannten, die bis 
zuprüfen. Auf die früher ausgeübte Tätigkeit ist nur u 13 Wochen beschäftigt werden dürfen-- nur Wohl- 
insofern Rüctficht zu nehmen, als durch die Art der M rtzerwere et beschäftigt werden dürfen, die 
angebotenen Arbeit der Wohlfahrtserwerbslose in den spätestens nach 26 Wochen Beschäftigungsdauer Arbeits- 
zur Ausübung seines Berufes erforderlichen Fertigkeiten losenunterstüßung erhalten können. Die Bezirks-Wohl- 
nicht beeinträchtigt werden darf. jahris. un Jugenhümter diirfen bei der Sesisehung der 
it Rücksicht darauf, daß die bei Unternehmerarbeiten wöchentlichen Arbeitsdauer der einzelnen Wohlfahrts- 
Mit Fuesicht darauf be gen internehmeratveiten erwerbslosen und bei der Erstattung der von den Be- 
losen im allgemeinen niedrigere Löhne erhalten, als die jmhästiqungsstellen zerausiagien gesten, von der I 
bei der Stadt unmittelbar tätigen Afü-Arbeiter, sind iensiy M DIE Ser E ERT CN eite 50, nieder: 
für eine Beschäftigung als ungelernte Arbeiter bei ge egien Rege ing mur in den Füllen 0 weichen. M 
nternehmerarbeiten nach Möglichkeit nur noch solche zeiten ich mis mit einer längeren Wochenarbeitszeit: 
Wohlfahrtserwerbslose auszuwählen, die eine verhältnis- ei re ru ic einverstanden erklärt habe (3. B. 
mäßig niedrige Unterstüzung erhalten und bei denen - Afü-Aktion der Stadtentwässerung). 
infolgedessen auch bei einer Wochenarbeitsdauer von 6, Alle bei der Durchführung der Arbeitsfürsorge beteilig- 
32 Stunden troz des niedrigeren Stundenlohnes ein ten Stellen müssen sich bemühen, die Kosten der Arbeits- 
für die Wohlfahrtserwerbslosen ins Gewicht fallender fürsorge so niedrig wie möglich zu halten. Der für die 
nterschied wischen Unterstühung und Nettoarbeits- einzelnen Arbeiten bewilligte Tagewerkssag ist ein 
verdienst besteht. Diese Voraussezungen werden in Hö<hstsaß. Die die Arbeit durchführenden Stellen 
erster Linie bei Wohlfahrtserwerbslosen ohne Zuschlags- sind daher verpflichtet, alle nicht unbedingt not- 
empfänger (s. Ziff. 2) und auch häufig bei verheirateten wendigen Ausgaben für Material, Arbeitsgerät, 
Wohlfahrtzerwerbslosen ohne Kinder vorliegen. Aufsicht usw. zu unterlassen, und zwar auch dann, wenn 
Dies gilt nicht, wenn die Arbeitsdauer bei einer diese Ausgaben aus dem bewilligten Tagewerkssatz noch 
Unternehmerarbeit auf Grund besonderer Genehmigung bestritten werden können. 
über 32 Stunden wöchentlich beträgt (3. B. 1. Afü- 7 7. Einschaltung von Unternehmern bei der Durch: 
Aktion der Stadtentwässerung). führung von Afü-Arbeiten ist nach wie vor zu betreiben. 
Die zentrale Hauptverwaltung (Trf.) hat beim Vor- Mit Rücficht darauf, daß die bei Unternehmern als 
liegen besonderer Umstände bisher auch dann die ungelernte Arbeiter beschäftigten Wohlfahrtserwerbs- 
Zahlung von Fahrgeldentschädigungen an Afü-Arbeiter losen niedrigere Löhne „erhalten, als die bei der Stadt 
durch die Beschäftigungsstellen genehmigt, wenn An- unmittelbar fätigen Afü-Arbeiter (Differenz: 0,05 RM 
sprüche darauf aus dem Arbeitsvertrage nicht bestanden. und darüber je Stunde), iind in Zukunft den Anträgen 
Im Interesse einer klaren Unterscheidung zwischen auf Genehmigung von Afü-Arbeiten, die unter Ein- 
Leistungen aus den Arveitsverträgen und Leistungen schaltung von Unternehmern durchgeführt werden sollen, 
der Wohlfahrtspflege soll die Zahlung von Fahrgeld“ auch Kostenanschläge beizufügen, aus denen die bei einer 
entschädigungen an Afü-Arbeiter durch die Beschäfti- Durchführung der Arbeiten in eigener Regie not- 
gungsstellen nur noch in den Fällen erfolgen, in denen wendigen Wohlfahrtserwerbslosen-Tagewerke und die in 
ein arbeitsvertragliher Anspruch darauf besteht (siehe diesem Falle auf ein Wohlfahrtserwerbslosen-Tagewert 
Dienstblatt Teil 1/23 Nr. 554 S. 288 und Städt. Arbeits- entfallenden Kosten zu ersehen sind. Teilweise sind bei 
recht S. 469). Der letzte .Saß der Umdruck-Rundverfü- der Aufstellung von Kostenanschlägen in nichtvertret- 
gung vom 30. 10. 30 --- Trf 2 -- ist zu streichen. So- barem Umfange Tagewerke eingesezt worden. Es han- 
weit für bestimmte Arbeiten die Genehmigung zur delte sich hierbei um Arbeiten, deren Finanzierung im 
Zahlung von Fahrgeldentschädigung bereits erteilt Rahmen der für ein Wohlfahrtserwerbslosen-Tagewerk 
worden ist, verbleibt es hierbei. In allen übrigen Fällen geltenden Höchstgrenze bei ordnungsmäßiger Bemessung 
muß es den Afü-Arbeitern überlassen bleiben, Anträge der Zahl der Tagewerke wegen der 'hohen Material- 
auf ergänzende Fürsorge beim vständigen Bezirks- kosten nicht möglich gewesen wäre. Es bedars| 
Wohlfahrts- und -Jugendamt zu fe en, wenn sie aus feines besonderen Hinweises, daß der- 
dem Arbeitsverdienst wegen des zur Erreichung der artige Versuche, die Durchführung von 
Arbeitsstelle erforderlichen Fahrgeldes ihren not- Arbeiten zu erreichen, unzulässig und 
wendigen Lebensbedarf nicht deen können. Bei der die Beamten zur Verantwortung zu 
Prüfung der Unierstühungoanträge der Afü-Arbeiter ist ziehen sind. 
in jedem einzelnen 2 .--- gegebenenfalls fern- 3. Auf die Notwendigkeit, für die einzelnen Arbeitspläße 
mündlich -- festzustellen, ob der niragsielier etwa ein Mindestmaß an Arbeitsleistung festzulegen, wird 
Fahrgeldentschädigung erhält und welcher Nettoverdienst nochmals hingewiesen (vgl. Ziffer 5 der Verfügung vom 
ihn ausgezahlt wird. und in welchem Umfange 23. 8. 1932 -- Dienstblatt 1932 Teil I Nr. 224 S. 214 und 
ifSedurstigfeit anzuerkennen ist, richtet sch nach den Teil VII Nr. 225 S. 129 ---) 
im Einzelfalle vorliegenden besonderen Verhältnissen, 
wobei der durch die (eveitsieistung erforderliche Mehr. Dr. Sahm. 
aufwa e en ist. Es esonders darau 
ufwand zus guesich ige erer durch auf An die Herren Bezirksbürgermeister der Verwaltungsbezirke, 
Eerbeltnnnfeime nicht schlechter als vorher stehen. die Jentralen Verwaltungen und die werten Borsitenden 
er ischen und überwiegend städtischen Gesellschaften. 
. Die Bezirks-Wohlfahrts- und -Jugendämter haben vor ' 9 
der Vermittelung eines Wobhlfahrtserwerbslosen sorg-
	        
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