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Volume 2. Dezember 1933

Full text: Dienstblatt des Magistrats von Berlin (Public Domain) Issue1933 (Public Domain)

Der Übungsstoff. erst die Haltungsgrundlagen und das Körpergefühl, die die 
Tür-die „einzel Gebiete der Leibeolib sind Normalen von Natur aus mitbringen. 
gur: mie einzeinen; weneie er“ STeivesnhungen sin Diese Übungen sind vielseitig zu wiederholen und 
folgende Gesichtspunkte zu beachten: wandeln. Eine Steigerung der Anforderungen (ii 
a) Spiele weniger in erhöhter Schwierigkeit oder vermehrter Viel- 
“ seitigkeit der Übungen, als vielmehr in der Steigerung der 
Dem Spiele kommt in der Hilfsschule wegen seiner Zahn der Hin- und Rübewegung, in der Änderung des 
bewegungsfördernden und erzieherischen Wirkung eine bungstempos und in der Verlagerung des Schwer- 
weitergehende Bedeutung zu als in der Normalschule. Die punktes (Stehen, Sitzen, Liegen, Knien). 
Gefahr von neuen Hemmungsbildungen, die allen anderen . 
fingegebieten anbafitt, ist hier fast ausgeschatiet. Bietsath d) Besondere Atemübungen 
muß auch das körperlich annähernd normale Hilfsschultind stellen zu große Anforderungen an die Kinder. Sie si 
der Unterstufe erst spielen lernen. Häufige Berwendung siete zu größe ae nicht Den net und ME 
kindertümlicher Spielgeräte beseitigen die Bewegungsunlust fällen besonderer Atemhemmungen durchzuführen. Dur 
und Bewegungsarmut und schaffen die notwendigen Be- richtige Anlage der Turnstunde und richtige Auswahl ge: 
wegungsreize. Spielen als Hauptbetätigungsfeld des eigneter Übungen (3. B. Schwung- und Rumpfbeuge und 
Turnens auf der Unterstufe ist die Grundlage, aus der auf Drehstrefübungen) ist eine natürliche Durchatmung von 
Mittel- und Oberstufe Körperschule und Leistungsturnen [selbst zu erreichen. Gelegentliche Hinweise zur richtigen 
zwanglos hervorwachsen. Auch auf diesen Stufen tritt im Yollatmung brauchen deshalb nicht zu unterbleiben 
Sommerhalbjahr das Spiel in den Vordergrund, es ist (Spielform) 
allmählich zum Gemeinjwafteipiele mie einfacher Spielidee : 
u führen und bis zu gewissen Kamp pielen (mit verein- ..: 
ien Regeln) die entwiklungsgemäß dem Hilfsschulkinde e) Drthopädisc<es Turnen: | 
besonders liegen, fortzuschreiten. Spiele, die möglichst alle Den Hilfsschulkindern fehlt im allgemeinen die Er- 
Kinder beschäftigen, sind vorzuziehen. kenntnis der Notwendigkeit und die Fähigkeit wirksamer 
Ausführung vorbeugender und ausgleichender Leibes- 
b) Ordnungsübungen. übungen. Sie sind daher in andere Übungen, vor allem 
| . vum solche der Körperschule, einzuschalten, ohne daß sie als be: 
Die Ordnungsübungen haben neben dem allgemeinen sonderes Übungsgebiet in Erscheinung treten. 
Zwe, planvolles Üben und Bewegen zu ermöglichen, Be- 
deutung für die Beherrschung der Gliedmaßen und für f) Leistungsturnen. 
[c<nelieres Aufiasien, Zu5 dienen, zur Sammlung und zur Leistungsturnen ist in gewissen Grenzen auch in der 
ewöhnung an freiwillige Sinordnung. Hilfsschule möglich und wegen seiner Bedeutung für die 
Besonderer Wert kommt ihrer taktmäßigen Aus- Willensschulung, für die Steigerung des Mutes und der 
führung u Benige Znnwolle rundsormen sind iE oj! Geschilichkeit zu pflegen. 
zu wiederholen, bis sie zur Gewohn eit geworden find. 1 te . . 
Alle Ordnungsübungen in der Hilfsschule müssen langsam < re Tum an antirüihen Geräten, a 
und einfach aufgebaut und immer von starken sinnlichen Stegen ist vorzuziehen Wo es nicht möglich ist, nur natür: 
Reizen eingeleitet oder unterstüßt werden (laute Schläge, liche Geräte zu ve HWEnden müssen die Übungen an den 
schrille Pfiffe, helle Lichtreize, große Bewegungen, einfache, künstlichen Turngeräten durch einen lebensvollen Inhal! 
aber stark betonte Melodien, scharfe Verteilung). beseelt werden. Die Geräte sind dabei vorwiegend als 
Auf der Oberstufe sind Ordnungsübungen, Marsch- Hindernisse zu betrachten, die der Hilfsschüler kraft- und 
übungen und andere geeignete Geländesportübungen zu zeitsparend in freier Art Überwinden soll. 
Beginn jeder Turnstunde zu pflegen. : Dabei ist im allgemeinen die gleiche Bewegung red 
. oft an den verschiedensten wechselnden Hindernissen 3! 
c) Körpersc<hule. hen hiedenf hi Zinberiskts 
Sie dient, wie in der Normalschule, vorzugsweise der . . 
Beweglichmachung, Bewegungsschulung und Wachstums- 2) Volkstümliche Übungen. 
förderung. Daneben hilft Rie, gewisse oft fiel eingewurzelte Auch die volkstümlichen Übungen, also Laufen, Sprit 
ängel des Hilfsschulkindes in Haltung, Gang und Be- gen, Werfen, Fangen, Schlagen, Stoßen, Ziehen unt 
wegung zu beseitigen oder zu bessern, besonders durc< Schieben, sind den Körper- und Geistesträften des Hilfsschul 
Übungen der Gewöhnung an einen natürlichen Gang und kindes anzupassen. 
zwe>mäßigen Lauf (nicht sportlichen Lauf). 
Haltungsschulung ist für die Hilfsschulfinder der h) Bodenübungen | 
wichtigste Teil der Körperschule. Die Haltungs: und Aus- sind wegen ihrer Natürlichkeit und Lustbetontheit für die 
Meihsübungen müssen sich auf ganz einfache Hin- und Hilfsschule besonders geeignet. 
ükbewegungen beschränken. Vielzeitige Bewegungsreihen 
sind ungeeignet, Zi fließende Pewegung it. die Haupt i) Das Shwimmen 
ache, nicht die Halte. es ilden die einfachen . | 5 
rhythmischen Übungen „ach Gong und Musi einen wert: muß eine Hauptübung auf der Hilfsschule werden. 
vollen Bestandteil der Körper e. Es ist im allgemeinen : : < 
mehr auf Lo>erung als auf Straffhaltung hinzuarbeiten. Sy Boraitesehang fis ben Erfolg ift Mie WER 
Die Haltungsübungen sind wirksam vorzumachen und plan: ßegonnen werden mit Wassergewöhnungsübungen, also voi 
mäßig oft zu wiederholen. Die Verwendung bezeichnender glsem mit Wasserspielen Erft dann folgen ; 
ganz einfacher Abbildungen, die in jeder Turnhalle vor Schwimmübungen usw. Die Vorbereitung des mm 
den Augen der Kinder hängen müssen und mit Kennworten unterrichts jw schon auf der Unterstufe beginnen. Rat 
zu belegen find, ist zu empfehlen. Möglichkeit ist der Schwimmunterricht bis in die Hil* 
Auch einfache Gleichgewichtsübungen sind ofi berufsschulen fortzuseken. 
zu betreiben und schaffen bei dem Hilfsschulkinde vielfach Mammen 
Dru: „VBerek“, Berliner Anschlag? und“ Rekläinewesen "G. im. b.H-5 Berlin "SW 19, Grünsträße 17/26 
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