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Volume 17. Dezember 1932

Full text: Dienstblatt des Magistrats von Berlin (Public Domain) Issue1932 (Public Domain)

Dienstblatt Ausgegeben 
Tell H-VElE. 17.12. 1932 
364—374 
Teil II: Arbeit und Gewerbe. — Teil III: Anschaffung, Bekleidung, Forsten, Güter, Werke. = Teil IV: Hochbau, Tiefbau, 
Baupolizei, Feuerlöschwesen, Feuersozietät. — Teil V: Siedlung, Wohnung, Verkehr. — Teil VI: Ernährung. — Teil VIE 
Allgemeine Wohlfahrt, Jugendwohlfahrt, Gesundheitswesen, Leibesübungen. — Teil VII: Schule, Kunst, Bildung. 
Teil VI. 
Ärztliche Untersuchung und [572 32 | EI ___ Herabsetzung za 
fürsorgerische Nachprüfung der Zins- und Tilgungssätze für 
der Arbeitsdienstwilligen. Ergänzungsdarlehen aus dem Reichswohnungs- 
— Gesch.-Z. Ges. 5./Lawohl 1. fürsorgefonds für Kriegsbeschädigte 
Fernruf: E 2 Kupfergraben 5981, Magistrat 4391, und Kriegshinterbliebene. 
Hausanschluß 104. — (Dienstblatt VII Nr. 251/1932 vom 10. 9.32, Seite 157.) 
I. In nächster Zeit werden Arbeitsdienstwillige bei —_ n % wi 
Arbeiten der Stadt oder der städtischen Gesell- Gesch. Z EB EA Magistrat 5, 
schaften beschäftigt werden. Hierbei wird eine . 
mehrmonatige Unterbringung in geschlossenen Der Reichsarbeitsminister Berlin NW 40, d. 29. 11. 32, 
rn SEITEN: Aus Gründen der allgemeinen Ge- IV 5976/32 Wo. Scharnhorststr. 35, 
sundheitspflege müssen die Arbeitsdienstwilligen . ; x 
vor der Einstellung oder vor ihrer Aussendung b EEE A Ru ANGE DA sChTS I Den vom 27. Fe- 
in die Lager‘ durch städtische Ärzte untersucht IV 4250 2 W 1067/32 und vom 24, August 1932 — 
werden. Ziel der Untersuchungen ist einerseits, Per- /3 Qı— 
sonen, die dem Aufenthalt in derartigen ge- Betrifft: Reichswohnungsfürsorgefonds für Kriegsbe- 
schlossenen Lagern nicht gewachsen sind oder dort schädigte und Kriegshinterbliebene; Verzinsung 
ihre Umgebung gefährden können, auszuschließen, und Tilgung der Ergänzungsbaudarlehen und 
andererseits aber auch die Unterlagen zu beschaffen, Belassung von Zinsnachlässen an Hinter- 
um die gesundheitlichen Auswirkungen des Lager- bliebene von Kriegsbeschädigten. 
aufenthalts später beurteilen zu können. 
Infolgedessen sind alle Arbeitsdienstwilligen, die . . ; ss 
bei Arbeiten der Stadt oder der städtischen Gesell- In Einvernehmen mit. dem Herrn Reichsminister 
Ser: n der Finanzen genehmige ich folgendes: 
schaften beschäftigt werden sollen, nach näherer : . , 
Anweisung der Bezirksämter durch städtische Ärzte 1. Bei Bauvorhaben, die ohne allgemeines Bau- 
(Stadtärzte, Schul- und Fürsorgeärzte) zu unter- darlehn (Hauszinssteuerdarlehn oder entsprechen- 
suchen. Da infolge der Kürze der Zeit die Schaffung des Darlehn) erstellt sind, dürfen für das Er- 
eines besonderen Formulars für diese Unter- gänzungsbaudarlehn aus Reichsmitteln die Zinsen 
suchungen ausgeschlossen ist, soll bis auf weiteres und die Tilgung außervertraglich herabgesetzt 
arke der Schulgesundheitsschein (Formular Ges. B. A. 221) werden, soweit dies zur Schaffung tragbarer 
den Untersuchungen zugrunde gelegt werden. Die Mieten (bei Eigenheimen Hauslasten) erforderlich 
ausgefüllten Schulgesundheitsscheine sind beim Be- ist. Nötigenfalls dürfen die Zinsen ganz nach- 
zirks-Gesundheitsamt aufzubewahren. Über die gelassen werden. Die Tilgung muß mindestens 
Nachuntersuchung der in die Arbeitslager Ent- 1 v.H. jährlich unter Zuwachs der von den ge- 
sandten nach ihrer Rückkunft ergeht noch Ver- tilgten Kapitalbeträgen ersparten „vertraglichen 
fügung. Ich weise darauf hin, daß bei den Unter- Zinsen betragen. Als tragbar ist eine Miete ‚an- 
suchungen der Arbeitsdienstwilligen besonders auf zusehen, wenn sie der gesetzlichen Miete gleich- 
das Vorhandensein einer ansteckenden Tuberkulose wertiger Altwohnungen am gleichen Orte ent- 
gefahndet werden muß. In allen Verdachts- spricht; dies gilt sinngemäß auch für Eigenheime, 
fällen ist eine Durchleuchtung in der zuständigen 2. Sofern den Hinterbliebenen von Kriegsbeschädig- 
städtischen Tuberkulose-Fürsorgestelle vorzunehmen. ten und Kriegshinterbliebenen das Ergänzungs- 
Die Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der baudarlehn belassen wird und die Hinterbliebenen 
Tuberkulose hatte an die Stadt den Wunsch ge- die Wohnung weiterbewohnen (vgl. obiges Rund- 
richtet, derartige Durchleuchtungen in jedem schreiben vom 24. August 1932), darf ein Zins- 
Falle vorzunehmen, Dies wird gegenwärtig aus tech- und Tilgungsnachlaß unter dem Vorbehalt jeder- 
nischen Gründen nicht durchführbar sein. Ich bitte zeitigen Widerrufs weitergewährt werden, wenn 
aber, auf alle Fälle. dafür Sorge zu tragen, daß in die durch seinen Fortfall sich ergebende Untrag- 
keinem Fall, in dem irgendein Verdacht besteht, die barkeit der Miete (bei Eigenheimen Hauslasten) 
Durchleuchtung unterlassen wird. Besondere Kosten — vgl. fd. Nr.1 Schlußsatz — für die Hinter- 
dürfen durch diese Maßnahmen keinesfalls ent- bliebenen eine besondere Härte bedeuten würde. 
stehen. 
Im Auf 
Wie oben ausgeführt, sind diese Untersuchungen DD NE 1 
nur bei solchen Arbeitsdienstwilligen vorzunehmen, _- Bez. Dr. an 
die bei Arbeiten der Stadt oder der städtischen Ge- Nachrichtlich 
sellschaften beschäftigt werden sollen. Soweit andere an die Landesfürsorgeverbände. 
Arbeitsdienstwillige ‚Anträge auf derartige Unter- ee 
SECMEDEEN stellen. sind sie an die Arbeitsämter zu Vorstehenden Erlaß gebe ich hiermit bekannt, 
HI: Neben den ärztlichen Gesichtspunkten ist bei der LV. e 
Zusammenstellung der Arbeitsdienstgruppen von den von Drigalski. 
Bezirks-Wohlfahrts- und -Jugendämtern zu beachten, An die Bezirksämter. 
daß eine Anhäufung von besonders schwierig zu be- 
handelnden Arbeitsdienstwilligen re ra 
lager vermieden wird, Es empfiehlt sic ar, den 
Inhalt der bei den Bezirks-Wohlfahrts- und -Jugend- 366 ] Pflegestellenwechsel E 12.32] 
ämtern über die einzelnen Arbeitsdienstwilligen etwa städtischer Pflegekinder. 
bereits vorhandenen “Vorgänge-zu berücksichtigen: „up 7 Lajug. 6 D.10. Fernruf: Magistrat 4521. 
Dr. Sahm, Es ist in den letzten Jahren beobachtet worden, daß 
An die Bezirksämter 1—20. zahlreiche städtische Pflegekinder außerordentlich 
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