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Volume 20. Dezember 1930

Full text: Dienstblatt des Magistrats von Berlin (Public Domain) Issue1930 (Public Domain)

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838. 
I. Allgemeine Organisation. 
81. 
Wohlfahrts- und Jugendkommissionen und ihr Verhältnis zum Bezirks-Wohlfahrts- und 
-Jugendamt, 
Die Wohlfahrts- und Jugendkommissionen üben als Organe des Bezirks-Wohlfahrts- und -Jugend- 
amtes ihre Tätigkeit in enger Fühlungnahme mit den sonstigen Fürsorgeorganen des Verwaltungs- 
bezirks nach der Geschäftsanweisung und den zur Durchführung von Fürsorgemaßnahmen und zur 
Ausführung von Aufträgen erlassenen Bestimmungen aus. 
Der Vorsitzende der Bezirkswohlfahrtsdeputation oder der von ihm beauftragte Dezernent ist 
befugt, auch in solchen Angelegenheiten, die sonst im regelmäßigen Geschäftsgange der Erledigung 
durch die Wohlfahrts- und Jugendkommissionen unterliegen würden, die erforderlichen Maßnahmen 
zu treffen. 
In den nachfolgenden Paragraphen werden das Bezirks-Wohlfahrts- und -Jugendamt, die Wohl- 
fahrts- und Jugendkommissionen, die Wohlfahrtskommissionsvorsteher und die Wohlfahrtspfleger kurz 
„Amt“, „Kommissionen“, „Vorsteher“ und „Pfleger“ genannt. 
5%. 
Zahl der Kommissionen, 
Die Zahl der Kommissionen und die Abgrenzung der Kommissionsbezirke wird vom Bezirk unter 
Berücksichtigung der Größe des Verwaltungsbezirkes und der wirtschaftlichen Lage seiner Bevölkerung 
festgesetzt. Die Grenzen eines oder mehrerer Kommissionsbezirke sollen sich nach Möglichkeit mit der 
Stadtbezirksgrenzen decken. 
Zusammensetzung der Kommissionen. 
Die Zahl der Mitglieder einer Kommission soll 20 nicht übersteigen. 
Die Kommissionen setzen sich zusammen 
a) aus gewählten Mitgliedern (Wohlfahrtspflegern) und 
b) aus ernannten Mitgliedern, 
Zua) Die Wohlfahrtspfleger sollen in der Wohlfahrtspflege erfahrene Männer und Frauen sein. Als 
Pfleger sollen auch Angehörige der im Bezirk tätigen freien Wohlfahrtsorganisationen gewählt 
werden. 
Zub) Jeder Kommission muß die zuständige Fürsorgerin (Fürsorger) angehören. Nach Möglichkeit 
soll ihr auch ein Verwaltungsbeamter des Amtes angehören. 
Die zuständigen Spezialfürsorgekräfte (z. B. Tbc.-Fürsorgerinnen, Schulgesundheitsfürsorgerinnen, 
Säuglingsfürsorgerinnen) und der im Bezirk der Kommission tätige Wohlfahrtsarzt*) sind zu den 
Sitzungen der Kommission einzuladen. Diese Personen sind von den Kommissionen in Fällen, in denen 
ihre Anwesenheit erforderlich erscheint, mit dem besonderen Hinweis hierauf einzuladen. Nehmen sie 
an der Sitzung teil, so haben sie beratende Stimme. 
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Bestellung der Kommissionsmitglieder. 
A, Wählbar zu Pflegern einer Kommission sind ohne Unterschied des Geschlechts alle volljährigen 
Deutschen, die sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden und mindestens % Jahr in Berlin 
wohnen. Die Pfleger sollen innerhalb des Kommissionsbezirks oder in seiner unmittelbaren Nähe wohnen. 
Ausnahmen sind nur dann zulässig, wenn die Erfüllung der Fürsorgeaufgaben hierdurch nicht erschwert 
wird. 
Die Wahl erfolgt durch die Bezirksversammlung. Das Bezirksamt (Bezirks-Wohlfahrts- und 
-Jugendamt) macht der Bezirksversammlung geeignete Personen namhaft, nachdem es Vorschläge ein- 
gefordert hat 
1. von der Kommission, 
2. von der Bezirksarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege, 
3. von den Selbsthilfeorganisationen. 
Dem Bezirksamt (Bezirks-Wohlfahrts- und -Jugendamt) bleibt es überlassen, auch noch Vorschläge 
von anderen Stellen, z. B. von dem Bezirksbeirat für die Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenen- 
fürsorge, einzufordern. 
*) Nur für Bezirke mit angestellten Wohlfahrtsärzten. Haben die Wohlfahrtsärzte in diesen 
Bezirken bereits beschließende Stimme, kann es bei dieser Regelung bleiben.
	        
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