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Volume 27. September 1930

Full text: Dienstblatt des Magistrats von Berlin (Public Domain) Issue1930 (Public Domain)

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Auslande diplomiert sind, ohne deutsche ärztliche Appro- . Ferner ersuchen wir, die selbständige Vornahme von 
bation nicht als Assistenzärzte in der Staatsverwaltung chirurgischen Eingriffen durch solche Personen zu 
oder im Kommunaldienst (Provinzen, Kreise, Stadt- und untersagen. Die für Hospitanten geltenden Bestimmun- 
Landgemeinden) angestellt werden dürfen, weil nach gen (vgl. Ziffer 7 Dienstblatt VII/30 Nr. 24) werden 
8 29 der Reichsgewerbeordnung qiejenigen Personen hierdurch nicht berührt. 
einer Approbation bedürfen, die sich als Ärzte oder mit : : WO 
gleichbedeutenden Titeln bezeichnen oder die seitens. des aa Abel den CA mr sich auch auf die mündliche 
Staates oder einer Gemeinde als solche anerkannt werden Verlauf der Behandlung eines Kranken erstrecken 
sollen. Auch unterliegen Nichtapprobierte reichsgesetz- mg - 
z ar . iz & müssen. Insbesondere ist Vorsorge zu treffen, daß die 
lichen Beschränkungen in der Ausübung der Heilkunde, Erteilung von Auskünften jeder Art durch ausländische 
so daß sie wichtige ärztliche Verrichtungen nicht vor- Mediziner unterbleibt, da diese wie ein kürzlich beob- 
nehmen, also nicht in vollem Umfange selbständig achteter Fall gezeigt hat z T. nicht in der Lage sind. 
ordinieren dürfen. Zwischen Reichsdeutschen und Reichs- 4 in der deutschen Sprache so auszudrücken, daß 
ausländern wird hierbei kein Unterschied gemacht. Aus- Mißverständnisse völlig ausgeschlossen werden > 
nahmen können nach den gesetzlichen Bestimmungen r 7 . 
nicht gestattet werden. An die zentralverwalteten Kranken-, Heil- und Pflege- 
Gegen die Beschäftigung eines nichtapprobierten Anstalten und die Bezirksämter 2—11; 14, 16-—20. 
Mediziners als Volontärassistenten — der sich aber nicht m—m— I 
ALT SET arz + vezeichnen darf — oder als medizinische 
ilfskraft an Staats- oder Kommunalanstalten ist da- i 
gegen nichts einzuwenden, sofern die für die medizi- Aufnahmen in Bee hme 15. 9. 30 
nische Betätigung Nichtapprobierter in Deutschland be- un ospitäler, 
stehenden gesetzlichen Beschränkungen beachtet werden. _—— Gesch.-Z. La. Wohl. 3. Fernruf: E1 Berolina 0011, 
Zu einer Einwirkung bei der Besetzung von Assi- Magistrat 4521. — 
stentenstellen an nichtstaatlichen oder nichtkommunalen Aus Anlaß von Einzelfällen weisen wir darauf hin, 
Krankenanstalten und Mmedizinisch-wissenschaftlichen daß für die Aufnahme in ein Altersheim nur solche 
Instituten fehlt mir eine gesetzliche Handhabe. Bei der gesunde, nicht dauernd pflegebedürftige alte Leute in 
Ausübung der Heilkunde durch nichtapprobierte Medi- Frage kommen, die entweder 
ziner an solchen Anstalten müssen aber ebenfalls die . . . % 
gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Bezeichnung 2) kein ausreichendes Unterkommen besitzen und für 
d der Beschränkungen befolgt werden. die auch aus wirtschaftlichen Gründen, aus 
= 8 olgt Gründen der Wohnungsnot oder wegen ungünstiger 
Auch die ärztliche Behandlung auf Grund der Familienverhältnisse Ban N ngemersenen N Unter 
Reichsversicherungsordnung darf bekanntlich nur durch kommen anderweit nicht beschafft werden kann 
die im Deutschen Reich approbierten Ärzte geleistet oder 
werden, soweit sich nicht aus dem $ 122 Abs. 1 Satz 2 . . . . 
und Abs. 2 und 8 123 der RVO. etwas anderes ergibt. b) die de en OT Oh Re PR nicht 
Ein im Auslande erworbenes medizinisches Diplom nügend selbst U. versorgen, und für die auf andere 
kann nach den bestehenden Vorschriften niemals die Weise (durch Angehörige usw.) eine ausreichende 
deutsche Approbation als Arzt ersetzen. Versorgung nicht beschafft werden kann. 
Abschrift hiervon habe ich den Herren Oberpräsi- : Pt dagege: 
denten, den Herren Regierungspräsidenten und dem SL U HI Crer Aufeicht und Pflege a 
Herrn Polizeipräsidenten in Berlin mitgeteilt. sind in einem Hospital unterzubringen. 
An den Herrn Vorsitzenden des Ausschusses der Preu- Für die Aufnahme in ein Altersheim sind die Wohl- 
Bischen Ärztekammern in Kiel, Niemannsweg 24, fahrtsämter, für die Hospitalunterbringung ist dagegen 
die Deputation für das Gesundheitswesen zuständig. 
Unter Bezugnahme auf die Magistratsverfügung 
Abschrift übersende ich unter Bezugnahme auf den vom 28. Mai 1925 — Dienstblatt VII/25 Nr. 99 — bitten 
allgemeinen Erlaß vom 1. November 1906 — M 19567 — wir, alle Anträge auf Aufnahme in ein Altersheim oder 
(Min. Bl. f. Med. Ang. S. 462) ergebenst zur gefälligen Hospital aus Zweckmäßigkeitsgründen zunächst dem 
Kenntnisnahme. Herrn Stadtarzt zur Stellungnahme vorzulegen. 
gez.: Hirtsiefer, Die Herren Wohlfahrtsärzte bitten wir, um Un- 
An die Herren Oberpräsidenten und die Herren Regie- zuträglichkeiten zu vermeiden, erneut auf die Beachtung 
rungspräsidenten sowie den Herrn Polizeipräsi- der vorstehenden Ausführungen hinzuweisen. 
denten in Berlin. An die Bezirksämter. 
ah Abschrift übersende ich zur gefälligen Kenntnis- 
nahme. SEHE Ss Zulass — 
In Vertretung: Fassung 17.9.30 
gez.: Dr. Kaempf. . zz des Handjery-Sanatoriums, De 
Berlin-Friedenau, Handjerystraße 80. 
— Gesch.-Z. La, Wohl. 3. Fernruf; E 1 Berolina 0011. 
Vorstehenden Erlaß teilen wir zur Kenntnisnahme Magistrat 4521. — 
mit und bemerken Yolgendes: Das Handjery-Sanatorium, Berlin-Friedenau, Hand: 
Zu den selbständigen ärztlichen Verrichtungen, die jerystr. 80 (Inhaberin: Frau Hanna von Zinnow), ist 
von den in Deutschland nicht approbierten Personen zu den üblichen Bedingungen als Vertragsanstalt zu- 
(Medizinalpraktikanten, ausländischen Medizinern, die gelassen worden. | 
in freien edizinalpraktikantenstellen beschäftigt w a 
werden, und Famuli) nicht vorgenommen werden In der vorbezeichneten Anstalt werden Kinder vom 
dürfen, gehören insbesondere 1- Lebensjahre ab und Erwachsene beiderlei Geschlechts 
a) Verordnung starkwirkender Arzneimittel, N OT dtn Krr EEE NE CEO DE RE 
b) Vornahme von Impfungen, kranken und zur Entbindung finden nicht statt, | 
c) Ausstellung ärztlicher Zeugnisse über den Gesund: ; SE 
heitszustand, An die Bezirksämter. 
d) Behandlung von Geschlechtskrankheiten.
	        
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