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Volume 6. September 1930

Full text: Dienstblatt des Magistrats von Berlin (Public Domain) Issue1930 (Public Domain)

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[235 ] Bestimmungen [27.8.8307 
über die Anschaffungen, die Material- und die Inventar-Verwaltung in 
den städtischen Anstalten und Einrichtungen des Gesundheitswesens. 
— Gesch.-Z. Ges. 25. Fernruf: Zentrale Hauptgesundheitsamt und E 2 Kupfergraben 5981. — 
Die folgenden Bestimmungen sollen unter Benutzung der im Musterbuch der 
vereinheitlichten Vordrucke für die Krankenanstalten (Ges. Anst.) enthaltenen Vor- 
drucke maßgebend sein als Mindesterfordernis für 
I. die Anschaffungen, 
Il. die Materialverwaltung, 
1. die Inventarverwaltung, 
IV. den Bücherabschluß, die Bestandsaufnahmen und Prüfungen. 
Dem Ermessen der leitenden Verwaltungsbeamten bleibt es überlassen, nötigen- 
falls weitere Maßnahmen zu treffen und die Herstellung der dazu etwa erforderlichen 
Vordrucke für das Musterbuch der betr. Anstalt zu beantragen. (Für die Kontrolle 
der Ausgaben sind außerdem die allgemeinen Bestimmungen maßgebend.) 
Die vorliegenden Bestimmungen bilden die im Dienstblatt 1/1929 Nr. 134 An- 
lage II Abschnitt IV,4 vorgesehenen Ausführungsbestimmungen zur Vermögens- 
ordnung; sie finden bei kleineren Einrichtungen des Gesundheitswesens sinngemäße 
Anwendung. Wegen der bereits früher festgestellten einheitlichen Bewertungssätze 
für Abschreibungen beim beweglichen Vermögen (Inventar) vergleiche Anhang 1 
und II. 
I. Kontrolle der Anschaffungen. 
a) Anschaffungen überhaupt. 
1. Die Anschaffungen der Anstalt werden innerhalb der durch den Anstalts- 
haushalt gezogenen Grenzen und im Rahmen der der Anstalt durch Sonderbewilligung 
für einen bestimmten Zweck etwa zur Verfügung gestellten Mittel bewirkt. 
2. Soweit nicht andere Bestimmungen (wie z. B. bei Neubeschaffung ärztlicher 
Instrumente im Werte von mehr als 500,— bzw. 250,— RM usw.) dem entgegen- 
stehen, bewirkt die Anstalt die Anschaffung der Materialien und Inventarien 
selbständig. 
8. Um die Übersicht über den Verbrauch der für die Anstalt zur Verfügung 
gestellten Mittel zu behalten, hat der leitende Verwaltungsbeamte die Vollziehang 
der Bestellzettel. grundsätzlich selbst zu bewirken. 
4. Bei Beschaffung von Gegenständen zur Behandlung der Kranken hat der 
leitende Arzt der Anstalt (ärztlicher Direktor) die Bestellzettel mit zu vollziehen, 
sofern er nicht die Verantwortung für die Bestellung anderweit schriftlich über- 
nommen hat. 
Die Bestellung der Arzneimittel usw. für die Anstaltsapotheke wird vom Ober- 
apotheker gemäß der Dienstanweisung für die Apotheker der städtischen Kranken- 
anstalten bewirkt. Er führt ein Bestellbuch, in welches alle Bestellungen (schrift- 
liche, telephonische usw.) sofort einzutragen sind und eine Materialkartei. Die Be- 
Muster Ges. Anst, 27. nutzung eines Einnahmetagebuches nach Muster Ges. Anst. 28 wird freigestellt. Für 
Muster Ges. Anst. 28. jede Bestellung ist ein Bestellzettel, gegebenenfalls noch nachträglich, auszustellen. 
b) Bestellzettel 
5. Bestellzettel sind auszuschreiben bei der Anschaffung von Materialien und 
Inventarstücken, bei Bestellung von Reparaturen bei Firmen außerhalb der Anstalt 
sowie bei Bestellungen von Reparaturen und auf Herstellung irgendwelcher Gegen- 
stände durch die Handwerker der Anstalt. Mündliche Bestellungen sind schriftlich 
nachzuholen. Die Art der Bestellzettel wird nachstehend behandelt. 
6. Für Lieferanten, welche täglich oder wöchentlich mehrmals gleichartige 
Lieferungen oder Leistungen zu bewirken haben, die aus derselben Haushaltspost 
bezahlt werden, können statt der Bestellzettel Bestellbücher verwendet werden. Um 
Teillieferungen möglichst zu vermeiden, soll jeder Bestellzettel nur für gleichartige 
Gegenstände oder Arbeiten und nur für eine Haushaltspost ausgestellt werden. 
7. Zu Bestellungen bei der Berliner Anschaffungsgesellschaft sind die von dieser 
herausgegebenen und zu beziehenden Vordrucke zu benutzen. 
8. Bücherbestellungen der zentral verwalteten Anstalten sind, soweit keine 
Muster G.B.I, 2a. Sonderbestimmungen bestehen, an das Generalbüro des Magistrats — Hauptver- 
teilungsstelle — mittels des für diesen Zweck vorgeschriebenen besonderen Bestell- 
zettels zu richten. 
9. Zu Bestellungen bei allen anderen Stellen ist der allgemeine Vordruck mit zwei 
Muster Ges. Anst. 1. Durchschriften zu verwenden. Die Urschrift bleibt an Stelle des Bestellbuches_im Block 
zurück, während die zwei Durchschriften dem Lieferanten zugestellt werden. Erforder- 
lichenfalls kann eine der Durchschriften von der Anstalt zwecks späterer Beifügung zur 
Rechnung zurückbehalten werden. Die Bestellzettel sind laufend zu numerieren. Wenn die 
Preise nicht vorher festgestellt werden konnten, sind die voraussichtlichen Kosten vor der 
Abgabe der Bestellzettel an den Führer der Ausgabenkontrolle in geeigneter Weise
	        
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