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Einleitung I. Die Quellen

Full text: Die Bürgerbücher und die Bürgerprotokollbücher Berlins von 1701 - 1750 / Kaeber, Ernst (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

Die Quellen 
in dem Bb. von 17371750. Bis zum 26. 1. 1741 blieb, abgesehen von 
einzelnen, wohl von einem Kopisten herrührenden Eintragungen, 
Möller der Schreiber, auch nachdein er am 22. 8. 1786 zum Registrator 
ernannt worden ware). Am 30. 1. 1741 starb Möller, und Johann 
Christian Schlicht, der schon seit 1734 als Stadtsekretär genannt wird 
Küster IV, 448), übernahm sein Amt und die Führung des Bb.s, die er 
noch 1750 in Händen haite ). 
Das im wesentlichen schon seit den dreißiger Jahren praktisch in 
Kraft stehende „Rathäusliche Reglement“ für Berlin vom 21. 2. 1747), 
das erst in neuerer Zeit durch Schmoller veröffentlicht worden ist'), 
erwähnt die Führung des Bb.s nirgends ausdrücklich. Doch heißt' es 
von dem Stadtsekretär im 8 6 des Titels X, daß er „das Protokoll von 
denen anzunehmenden Bürgern und Schutzverwandten ordentlich zu 
führen und daraus die Bürgerschaft auszufertigen (d. h. den Bürger⸗ 
brief auszustellen), auch den gewöhnlichen Bürgereid von denen reci— 
piendis abzunehmen hat“. 
2. Die Kömmereirechnungen 
Bis zum Einsetzen der Protokollbücher bieten die Kämmerei— 
rechnungen, die für die Jahre 1700, 02 00 06 00 und von 1116 
lückenlos erhalten sind, eine wertvoile Kontrollmöglichkeit für die Zu— 
verlässigkeit der Bb. Von Gebhardt hat sie für seine Ausgaben nicht 
herangezogen. Deshalb mögen hier nach Stichproben für eine Reihe 
von Jahren einige ergänzende Bemerkungen fölgen. Die ältesten er— 
haltenen Rechnungen aus dem Anfang des 16. Jahrh.s liegen bereits 
im Druck voro). Doch würde ein Vergleich zwischen ihnen und dem 
Bb.in der v. Gebhardtschen Ausgabe in die Irre führen, da v. Geb— 
hardt eine noch in das 16. Jahrh. selbst zurückreichende Verwirrung 
der Jahresdaten übernommen hat. Es wird dadurch der Anschein er⸗ 
weckt, als fielen Geldzahlungen und Aufnahme in das Bb. zeitlich aus⸗ 
einander. 
Die Verwirrung ist dadurch entstanden, daß im Bb. die Jahre 
nicht nach dem Kalenderjahr, sondern nach den Amtsjahren der Bürger— 
meister gerechnet wurden. Es kann hier eine ims einzelne gehende Auf⸗ 
hellung der Chronologie nicht erfolgen. Rur so viel sei bemerkt, daß 
die Girgensohnschen Jahreszaͤhlen richtig sind, und daß die völlige Lücke 
für das Jahr 1509, die v. Gebhardts Ausgabe aufweist, auf Irrium be— 
ruht. Das geht schon daraus hervor, daß die im Original stets am Kopf 
der einzelnen Jahre stehenden Namen der regierenden Bürgermeister 
6) St.A., Handschriftenabt, Publikenprot. Berlins v. 1737 0. S. 51. 
) Seine Eidesleistung am 31. 1. 1741 im Publikenprot. S. 176 
9) Bgl. Clauswitz, Einl. zu R.Borrmann. Die Bau⸗ u. Kunstdenkmäler von Berlin 
den e G Landeskunde, 12. 39. (1875). Der den Stadtsekretä 
9) Zft. f. preuß. Gesch. u. Landeskunde, 12. Ig . er den ekretãär 
betr. i 33583 S. 448 50. 
20) Joß Girgensohn, Die ältesten Berliner Kämmereirechnungen 1504 1508 Berlin, 
1920. S. 2f., ob ff.
	        
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