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Einleitung V. Bevölkerungsstatistik Tabelle: 7. Durchschnittsalter der Bürger bei ihrer Aufnahme

Full text: Die Bürgerbücher und die Bürgerprotokollbücher Berlins von 1701 - 1750 / Kaeber, Ernst (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

Bersolkerungsstatiftik 
117* 
Victualienhändler 
Fuhrleute 
Chemische und kosmelische Artikel: 
Perückenmacher 
Seife-, Licht- und Stärkemacher 
XxI. Ungelernte Arbeiter 
XII. Hauseigner ohne bes. Beruf 
Mit ganz verschwindenden Ausnahmen ist das Alter der Bs. ge—⸗ 
ringer als das der Zuwanderer. Der Grund dafür liegt auf der Hand: 
fie fanden bei den Innungen erleichterte Aufnahme durch niedrigeres 
Eintrittsgeld und Bevorzugung bei der Ablegung des Meisterstücks, so⸗ 
weit sie nicht einfach den Betrieb ihres Vaters uͤbernahmen. Auch die 
Heirat mit einer Berliner Meisterstochter wird ihnen nicht schwer ge⸗ 
worden sein. Sehr stark sind die Unterschiede bei den Brauern, Brannt⸗ 
weinbrennern, Fischern, Maurern, Schmieden, Posamentieren, Fuhr⸗ 
leuten, Victualienhändlern und besonders bei den Viehmästern Zu den 
drei letzteren Berufen drängten sich unter den Fremden viele Leute vom 
Lande, die erst spät zur Selbständigkeit gelangten. Wenn demgegen⸗ 
über die einheimischen Kunstmaler ein verhältnismäßig hohes Alter 
aufweisen, so lag das daran, daß sie sich als freie Künstler fühlten und 
erst spät und nur unter dem Druck des Magistrats Bürger wurden. 
Das geringere Alter der von auswärts gekommenen Materialisten be⸗ 
ruht darauf, daß sie meist aus wohlhabenden oder gebildeten Kreisen 
stammten. Die Kaufleute und die nicht zur Gilde gehörenden sonstigen 
Handelsleute zeigen dagegen wieder die übliche günstigere Lage der Bf. 
In den beiden zahlenmäßig am stärksten vertretenen Gewerben 
der Schuhmacher und Schneider kamen Fremde und Bs. ziemlich gleich⸗ 
mäßig mit etwa 30 Jahren zur Selbständigkeit. Der Weg zu hr war 
hier auch für den Bs. länger als bei den Bäckern, Schlächiern, Fischern 
und mehreren Metail⸗ und Textilgewerben. Auch das Tischlergewerbe 
war, wie die vielen Klagen in den Prot. beweisen, wohl noch von der 
für es günstigeren Zeit Friedrichs J. her stark übersezt. Das Durch— 
schnittsalter von 30,9 Jahren für Bs. ist recht hoch. Das hohe Alter der 
Maurer und Zimmerleute beruht darauf, daß der Erwerb des Meister— 
rechts sehr schwierig war und bedeutendes Eiden- oder Leihkapital vor— 
aussetzte. 
Das geringste Alter, in dem ein Bs. Bürger wurde, waren 18 Jahre, 
8 Monate (19. 3. 48). Der Zeugfabrikant Schütting mit 168 Jahren 
wurde dagegen abgewiesen, weil er noch zu jung war. um Bürget zu 
werden (10. 1. 47) 
Im gangen bieten die Altersangaben die Gewißheit, daß wenig— 
stens zu Ende der 4er Jahre des 18. Jahrh.s der Erwerb des Bürger- 
rechts bei den meisten Berufen in der Regel mit der selbständigen 
Niederlassung zusammenfiel. 
) Schiffer (oben nicht mitgezählt; nur 3 genannt) 27,3 
174) Nur 2 Seifensieder genannt
	        
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