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II. Die ersten Unterhandlungen über den Bau einer Kaiser Wilhelm-Gedächtniß-Kirche. Der Bauplatz. Der erste Aufruf

Full text: Die Kaiser Wilhelm-Gedächtniss-Kirche / Mirbach, Ernst von (Public Domain)

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Das neue Haus wird nicht bis zu der polizeilich festgesetzten Bauflucht— 
linie vorgerückt, sondern tritt hinter dieselbe zurück und zwar so, daß die 
neue Baufluchtlinie senkrecht zu der Achse der Kirche liegt. 
Ueber diese neue Baufluchtlinie darf niemals herausgerückt werden. 
Von dem Vorgarten wird sofort ein Stück für die Verbreiterung des 
Auguste Victoria-Platzes abgetreten in der Art, daß die dem Chor der 
Kirche gegenüberliegende Grenze des Vorgartens parallel zu der neuen Bau— 
fluchtlinie des zu erbauenden Hauses gezogen wird. Wenn es die Verkehrs— 
derhältnisse erfordern, kann später eventuell der gesammte Vorgarten zur 
Vergrößerung des Platzes hergegeben werden. 
Der Viadukt der elektrischen Bahn über den Kurfürstendamm und durch 
den Zoologischen Garten wird nach Anordnung des Bauraths Schwechten 
gebaut und zwar wahrscheinlich, statt in Eisenkonstruktionen, aus Hausteinen in 
romanischem Style, passend zu der Kirche. Namentlich soll der Viadukt über 
den Kurfürstendamm eventuell so behandelt werden, wie ein schönes Ein— 
trittsportal zu dem Vorhofe der Kirche. Baurath Schwechten und Geheimer 
Baurath Spitta sollen mit den Entwürfen gemeinsam betraut und Geheimer 
Baurath Ende ebenfalls hinzugezogen werden. 
Die von dem Kirchenbau-Verein am Zoologischen Garten errichtete 
Mauer wird voraussichtlich ganz oder theilweise fallen müssen.“ 
Die Pläne zu der neuen Platzanlage und die Beschlüsse wurden am 
1. Oktober 18906 in Neustadt-Eberswalde Seiner Majestät dem Kaiser vom 
Freiherrn v. Mirbach vorgelegt und von Seiner Majestät genehmigt mit dem 
Zusatze, daß vor dem neuen Romanischen Hause immer ein kleiner Vorgarten zu 
bleiben habe, entsprechend dem Vorgarten des Romanischen Hauses vor dem 
Hauptthurm. In einer am 6. Oktober 1896 in der Kirche zwischen den Vertretern des 
sKirchenbau-Vereins, des Magistrates von Charlottenburg und der Firma Siemens 
und Halske stattgehabten zweiten Sitzung wurden noch einige Einzelheiten geregelt 
und vor Allem der baldige Ersatz des geräuschvollen Stein-Straßenpflasters um die 
Kirche durch Asphaltirung in Aussicht genommen. 
So war die schöne Vollendung des Auguste Victoria-Platzes, an dem bei 
Beginn des Baues nur das eine, jetzt abzureißende und durch ein Romanisches 
Gebäude zu ersetzende Haus stand, für immer gesichert. Die Grundstücke hatten seit 
Beginn des Kirchenbaues mehr als den doppelten Werth erreicht. 
Nachdem der Umfang des Bauplatzes durch die Anordnungen Seiner Majestät 
des Kaisers im Jahre 1891 über das abzutretende Stück des Zoologischen Gartens 
endgültig bestimmt war, mußte über Lage und Stellung der Kirche entschieden 
werden. Die Ansichten darüber gingen sowohl bei den Behörden als bei dem 
Kirchenbau-Vorstand weit auseinander. Vor Allem verlangte die Mehrzahl der 
technischen Vertreter der Behörden die Stellung entweder in die Achse der 
Tauentzien- oder der Hardenbergstraße; ferner wollten die Berliner den Hauptthurm 
nach der Berliner, die Charlottenburger nach der Charlottenburger Seite gestellt
	        
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