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Der 100jährige Geburtstag Kaisers Wilhelm des Großen am 22. März 1897

Full text: Die Kaiser Wilhelm-Gedächtniss-Kirche / Mirbach, Ernst von (Public Domain)

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lim den Altar herum hatten Platz genommen: die Generalsuperintendenten 
D. Faber, D. Dryander, D. Hesekiel und Vieregge, der Ober-Konsistorialrath a. D. 
Nosl, der Oberpfarrer Müller, die Hofgeistlichkeit, die Superintendenten der 
Berliner Diözesen, die Geistlichen der Gemeinde und die geistlichen Mitglieder des Vor— 
standes und des geschäftsführenden Ausschusses der Berliner Stadtsynode. In dem 
Raum hinter dem Altar saßen 50 Konfirmanden, Knaben und Mädchen unter Begleitung 
von Lehrern und Lehrerinnen. Am Fuße der Kanzel hatten die Oberinnen und Schwestern 
der Diakonissen- und Krankenhäuser von Berlin und Nowawes Plätze erhalten. 
Die Orgel- und die beiden anstoßenden Seitenemporen wurden durch den 
über 500 Mitglieder zählenden Chor der Singakademie und das Philharmonische 
Orchester gefüllt. Auf der linken Seitenempore waren der Domchor und 60 Miit— 
zlieder der Gemeinde, auf der rechten Seitenempore zahlreiche Donatoren, die welt— 
lichen Mitglieder des Vorstandes und des geschäftsführenden Ausschusses der Berliner 
Stadtsynode, die Dienerschaft der verewigten Majestäten und wiederum Mitglieder 
der Gemeinde. Bald nach 10 Uhr war die Kirche dicht gefüllt. Die schönen 
sßlocken PAC und mit ihnen alle Glocken Berlins stimmten ihr Geläute an und 
riefen die Gemeinden zu den Dank- und Festgottesdiensten. In glänzenden Gala— 
wagen fuhren die regierenden Fürsten bezw. die Vertreter derselben, sowie die 
Bürgermeister der freien Städte an dem Hauptportale der Kirche vor und ver— 
sammelten sich in der Gedächtnißhalle. Herzliche Freude und Theilnahme erregte 
die Ankunft des erst vor Kurzem ganz genesenen Großherzogs von Baden und 
seiner erlauchten Gemahlin, welche trotz ernsten Augenleidens in den Tagen nicht 
fehlen wollte, welche dem Andenken des geliebten hohen Vaters gewidmet waren. 
Gegen 10/2 Uhr verkündete das Geläute aller Glocken das Herannahen der 
Majestäten, welche in großen sechsspännigen Galawagen mit einer Ehreneskorte des 
l. Garde-Dragoner-Regiments und des 2. Garde-Ulanen-Regiments den festlich 
geschmückten Kurfürstendamm von der Kornelius-Brücke her entlang fuhren, auf 
der Straße und aus allen Fenstern umjubelt von Tausenden von Zuschauern. Nach 
kurzer Begrüßung der hohen Fürstlichkeiten in der Gedächtnißhalle öffnete sich das 
Mittelportal zur Kirche, die Gemeinde erhob sich, das Innere der Rirche erstrahlte 
in elektrischem Lichte, die Sonnenstrahlen erglänzten durch die herrlichen bunten 
Fenster, und die Fürsten hielten ihren feierlichen Einzug in die schöne Kaiser 
Wilhelm-Gedächtniß-Kirche. Voran schritten der Generalsuperintendent von Berlin, 
Hofprediger D. Faber, zu seiner Linken der Generalsuperintendent D. Dryander, zu 
seiner Rechten der Ober-Konsistorialrath Pfarrer Köhler. Es folgten Ihre Majestät 
die Kaiserin, geführt vom Prinzregenten von Bayern, Seine Majestät der Kaiser 
mit Seiner Mutter, der Kaiserin Friedrich, der König von Sachsen, der letzte noch 
liebende Ritter des Großkreuzes des Eisernen Kreuzes, mit der Großherzogin von 
Baden, der König von Württemberg, die Großherzöge von Baden, Hessen und 
Sachsen, der Prinz Albrecht, Regent von Braunschweig, der Herzog von Sachsen— 
Altenburg, die Erbgroßherzöge von Mecklenburg-Strelitz und von Oldenburg, der 
Erbprinz von Sachsen-Koburg und Gotha, die Fürsten zu Waldeck und Pyrmont, 
zu Schwarzburg-Rudolstadt und zu Schaumburg-Lippe, der Prinz Adolf, Regent 
von Lippe, der Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, die Erbprinzen von 
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