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XII. Vaterländische und kirchliche Erinnerungstage aus 1895, 1896, 1897

Full text: Die Kaiser Wilhelm-Gedächtniss-Kirche / Mirbach, Ernst von (Public Domain)

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Wie Wir Selbst von Neuem geloben, dem Vorbild Unseres in Gott 
ruhenden Herrn Großvaters in treuer Pflichterfüllung nachzueifern, so richten 
Wir an alle Glieder des Volkes Unsere Kaiserliche Aufforderung, unter Hint— 
ansetzung trennender Parteiinteressen mit Uns und Unseren Hohen Verbündeten 
die Wohlfahrt des Reichs im Auge zu behalten, mit deutscher Treue sich in 
den Dienst des Ganzen zu stellen, um so in gemeinsamer Arbeit die Größe 
und das Glück des geliebten Vaterlandes zu fördern. 
Geschieht dies, so wird, das hoffen Wir zuversichtlich, auch ferner der 
Segen des Himmels uns nicht fehlen; dann werden wir, wie in jener großen 
Zeit, geeint und fest allen Angriffen auf unsere Unabhängigkeit begegnen und 
ungestört der Pflege unserer eigenen Interessen uns hingeben können. 
Das Deutsche Reich aber wird, weit entfernt davon, eine Gefahr für 
andere Staaten zu sein, begleitet von der Achtung und dem Vertrauen der 
Völker, nach wie vor eine starke Stütze des Friedens bleiben. 
Daß dem so sei, das walte Gott! 
Gegeben Berlin im Schloß, den 18. Januar 1806. 
(L. 8.) Wilhelm. 
Fürst zu Hohenlohe. 
Nach der Verlesung dieser Botschaft ergriffen seine Majestät die Fahne des 
Ersten Garde-Regiments, senkten dieselbe vor der Versammlung und sprachen mit 
erhobener Stimme folgende Worte: 
Angesichts dieses ehrwürdigen Feldzeichens, welches eine fast zwei— 
hundertjährige Geschichte bezeugt, erneuere Ich das Gelübde: Für des Volkes 
und des Landes Ehre einzustehen, sowohl nach Innen als nach Außen: Ein 
Reich, Kin Volk, Ein Gott! 
An demselben Tage verfügte Seine Majestät der Kaiser eine große Zahl 
von Gnadenerlassen und stiftete durch die nachfolgende Urkunde den Wilhelm-Orden. 
Urkunde betreffend die Stiftung des Wilhelm-Ordens. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen ꝛc., haben be— 
ichlossen, aus Anlaß der fünfundzwanzigjährigen Wiederkehr des Tages der 
Kaiserproklamation zu Versailles einen Orden zu stiften zum bleibenden Ge— 
dächtniß an die friedlichen Großthaten Unseres in Gott ruhenden Herrn Groß— 
baters, des Kaisers und Königs Wilhelm des Großen Majestät, sowie zum 
Ansporn für das jetzige und kommende Geschlecht, in Seinem Sinne mitzu— 
arbeiten an des Volkes Wohl, wie Er es in der Allerhöchsten Botschaft vom 
17. November 1881 vorgezeichnet und Uns die Vollendung dieser Aufgabe als 
heiliges Vermächtniß hinterlassen hat. 
Der Orden soll den Namen „Wilhelm-Orden“ führen und aus einer 
Klasse bestehen, welche gleichmäßig an solche Männer, Frauen und Jungfrauen 
zu verleihen Wir Uns und Unseren Nachfolgern an der Krone vorbehalten,
	        
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