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Das Gemeindeschulwesen von 1870 bis 1893, insbesondere von 1878 ab

Full text: Die Entwickelung des Berliner Gemeindeschulwesens vom Jahre 1878 bis zur Gegenwart / Zwick, Hermann (Public Domain)

hauswirtschaftlichen Unterrichts an Mädchen, welche im letzten Schuljahre 
sttehen und die 1. Klasse der Gemeindeschule besuchen, einen Versuch zu machen, 
wenn ihm seitens der Stadt die dazu erforderliche Schulküche nebst einem 
Zuschuß gewährt werde. Der Magistrat hat mit Zustimmung der Stadt— 
berordneten-Versammlung beschlossen, dem Wunsche zu willfahren und dem 
Verein ein zur Schulküche eingerichtetes Lehrzinmer in dem Neubau der 
183./196. Gemeindeschule, Müllerstr. 158/159, zur Verfügung gestellt. Der 
Unterricht, dessen Leitung einer städtischen Lehrerin übertragen wurde, ist mit 
Beginn des Winter-Semesters 1893 eröffnet. Er wird an Mädchen der 
1. Klasse, welche im letzten Schuljahre stehen, an einem schulfreien Nachmittage in 
waufeinanderfolgenden Stunden wöchentlich erteilt. Den betreffenden Mädchen sind 
2 Handarbeitsstunden erlassen, außerdem sind 2 Stunden wöchentlich hinzugelegt. 
Die Grundlage bildet vorläufig der für den gleichen Unterricht in Kassel 
geltende Lehrplan. Der Versuch ist heute als gelungen zu betrachten, es ist 
daher bereits ein Antrag auf Ausdehnung dieses Unterrichts auf mehrere Ge— 
meindeschulen von dem genanuten Verein gestellt, und würden mit seiner Ge— 
nehmigung die Gemeinde-Mädchenschulen in eine neue Phase der Entwickelung 
treten. 
Schulgarten. 
Mit Rücksicht auf die in der Großstadt immer schwieriger werdende Be— 
schaffung von Pflanzen für den Untercricht war bei der Gründung des Humboldt— 
haines 1869 die Anlage eines Schulgartens in Aussicht genommen und 
die Park- und Gartendeputation damit betraut worden. In den folgenden 
Jahren wurde diese Anlage ausgeführt, und bereits im Sommer 1875 kamen 
die ersten Pflanzen an 6 Schulen zur Verteilung. 1876 wurden bereits 
19 Schulen und seit 1877 sämtliche städtische Schulen Berlius mit Pflanzen 
regelmäßig versehen. Vom Jahre 1881 ab ist die Lieferung auch auf die Privat— 
schulen auf deren Wunsch, sowie auf einige königliche Lehranstalten für eine 
an die Stadt zu zahlende Entschädigung von 60 und 30 0 für wöchentliche 
Lieferung von 200 bez. 100 Pflanzen in 2 Tagen ausgedehnt worden. Während 
des Sommers erscheinen um 6 Uhr früh im Humboldthain zwei Wagen, auf welche 
die am Tage vorher geschnittenen, mit Namen versehenen und in Bündel ab— 
geteilten Pflanzen gesaden und jeder Schule angefahren werden. Sämtliche 
Schulen Berlins sind in 3 Gruppen geteilt, je eine erhält an 2 Tagen wöchent— 
lich die Pflanzen zugestellt; die botanischen Stunden werden mit Rücksicht auf 
die festgesetzten Lieferungstage gelegt. Soviel Schulen vorhanden sind, soviel 
Pakete von jeder einzelnen Pflanzenspezies werden gemacht. Im Durchschnitt 
erhält jede Gemeindeschule jedesmal 4 (die höheren Lehranstalten 6) Spezies 
zugeschickt. Jedes Paket wird zu 150 Exemplaren gerechnet, in Wirklichkeit 
steigert sich ihre Zahl auf 190 und mehr. Für die Ferien wird die Lieferung
	        
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