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IV. Abschnitt. Die Überführung der Anstalt unter die Staatsverwaltung und das Direktorat Palmiés

Full text: Festschrift zur Feier des 200jährigen Bestehens des Königlichen Französischen Gymnasiums / Grünwald, Eugen (Public Domain)

Zu 
oder umzugestalten, die auf sein Betreiben erfolgte Einsetzung des Ober- 
schulkollegiums und eigener Schulkommissionen zur Abhaltung von 
Lehrerprüfungen, die Errichtung pädagogischer Seminarien in Halle 
und Berlin (1787—88), und endlich das zwar nicht mehr von ihm, 
sondern von Wöllner unterzeichnete, aber doch fast unverändert nach 
seinem Entwurfe veröffentlichte Edikt über die Einführung des 
Abiturienten-Examens (1788) lassen deutlich genug sein Ziel und 
die Wegabschnitte erkennen, in denen er es zu erreichen dachte. 
Die Kabinetsordre vom 5. September 1779 und die Massregeln 
für die Lehrervorbildung hatten die Vorrechte des College nicht 
berührt; von der Aufsicht des Oberschulkollegiums als einer von 
dem Iutherischen Departement eingesetzten Behörde waren die fran- 
zösischen Schulen ausdrücklich freigelassen worden. Um so mehr 
wäre es Pflicht der Dankbarkeit und der Klugheit zugleich für die 
damaligen Vertreter der Anstalt gewesen, einer Anordnung sich zu 
Fügen, welche durchaus nur dem wohl erwogenen Staats-Interesse 
entsprach, ohne die Institutionen des Gymnasiums in ihrem Kerne 
irgendwie anzutasten. Hatten doch auch die früheren Könige, und 
mit gutem Grunde, das Recht für sich in Anspruch genommen, 
gerade für den Übergang von der Schule zur Universität, für den 
Eintritt in die Laufbahn der Staatsbeamten allgemeiner bindende 
Vorschriften zu erlassen. Die Forderungen aber, welche die Verordnung 
vom 23. Dezember 1788 stellte, waren höchst gemässigte, sie regelte 
eigentlich nur die Formalien einer mit den Abiturienten anzustellen- 
den Prüfung und eines auf Grund derselben ihnen auszufertigenden 
Zeugnisses, ohne dass auch nur der Versuch gemacht wurde, für die 
Leistungen der Schüler genauere Zielbestimmungen auszugeben. 
Diese wahrlich nicht unbillig zu nennende Zumutung des Ober- 
schulkollegiums ging dem Conseil academique mittels Verfügung 
Dörnbergs vom 23. Januar 1789 zu. Also auch der formell vorge- 
schriebene Weg war richtig innegehalten. "Trotzdem wies das Conseil 
academique in einer direkt an das Oberschulkollegium gerichteten 
Antwort unter Berufung auf seine besonderen Privilegien und nach 
einigen anerkennenden Worten über die wohlmeinende Absicht der 
ganzen Verordnung das Ansinnen, die Schüler der Anstalt vor ihrem 
Abgange zur Universität einer besonderen Prüfung zu unterwerfen, 
hochfahrend zurück und sprach die Erwartung aus, dass die vom 
Principal im Auftrage des Conseil academiaue ausgestellten Zeugnisse
	        
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