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I. Abschnitt. Von der Begründung des Französischen Kollegiums bis zur Übersiedlung nach der Niederlagstrasse

Full text: Festschrift zur Feier des 200jährigen Bestehens des Königlichen Französischen Gymnasiums / Grünwald, Eugen (Public Domain)

Etablissemens faits ou ä faire, en faveur des Colonies Francoises re- 
zueillies dans ses Etats«, eine Verordnung, welche dem französischen 
Konsistorium einen Einfluss auf die Leitung des Gymnasiums zuge- 
stand und ihm anheimstellt“ drei Geistliche aus seiner Mitte zu er- 
nennen, die gemeinsam miı Anciilon die Oberaufsicht führen sollten. 
{hr Auftrag lautete dahin: 1 ’ils prissent soin A examiner les 
Lectcurs et Regens, etablies depuis peu, ou & choisir et etablir 
cy-apres, par les Ordres de Son Altesse Electorale, et ce tant a legard 
de leur Piete, Religion et bonne vie, qua l’egard de leur capacite 
pour les fonetions auxquelles ils sont destines, avec pouvoir de leur 
faire signer au hose“, la Confession de Foy des Eglises de France, 
et V’observation “ © Diseipline des dites Eglises, sous la restriction 
susmentionnee ei portee par le Reglement de Son Altesse Electorale 
sur ce sujet:!) comme aussy d’assister et de presider a l’Examen et 
aux Promotions, qui se pourroient faire de six en six mois des 
Ecoliers, qui se trouveront dans les Classes dudit College.« 
Die ersten Geistlichen, welche für diesen Zweck vom Konsisto- 
num ausersehen und von; Xurfürsten bestätigt wurden, waren 
Francois Bancelin,” Jean Charles‘) und Jacques L’Enfant.‘) In der 
ersten Zeit bis zum Jahre 1703 scheinen sie alljährlich gewechselt 
zu haben, mindestens neugewählt worden zu sein, was nicht zur 
Stabilität der Verhältnisse des Gymnasiums beigetragen haben kann. 
Seit dem Jahre 1695 wurde ihre Zahl durch Zutritt von 2 Anciens, 
die ebenfalls jährlich vom Konsistorium gewählt wurden, auf 5 erhöht. 
Im weiteren Verfolge der oben gedachten Verfügung wird diesen 
Inspektoren nochmals ausdrücklich eingeschärft, auch diejenigen Lehrer 
zu prüfen, welche schon durch kurfürstliches Patent angestellt seien, 
»et ce avant qu'’ils entrent en fonction de leur charge«. 
Da die Verfügung, deren Original im Gymnasialarchiv vorliegt, vom 
1. Februar 1690 datiert ist. kann der Unterricht am Kollegium nicht 
‘) Diese Worte beziehen sich auf einen Satz in dem oben erwähnten Erlass 
vom 7. Dezember 1689, welcher lautet: le tout sans aucun prejudice des cas de 
punition reserves au magistrat politique ou de ceux dependans specialement 
et uniquement de sadite Altesse Electorale leur souverain.“ 
2) Geb. zu Metz 1631, + zu Berlin 1703. 
3) Geb. zu Montauban 1633, + zu Berlin 1693. 
') Geb. 1661 zu Bazoche en Beauce, + zu Berlin 1728.
	        
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