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VII. Abschnitt. Vom Amtsantritte Lhardys bis auf die neueste Zeit

Full text: Festschrift zur Feier des 200jährigen Bestehens des Königlichen Französischen Gymnasiums / Grünwald, Eugen (Public Domain)

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jahr in Landsberg a. d. Warthe beendigt hatte, kehrte er nach Berlin 
zürück, wurde Mitglied des pädagogischen Seminars und zu Michaelis 
1862, zunächst als Stipendiat, am Französischen Gymnasium ange- 
stellt. Das Programm des Jahres 1866 enthält von ihm: Studia 
Demosthenica. 
Albert Julius Schnatter, welchem nach der Verabschiedung 
Lhardys die Leitung des Gymnasiums übertragen wurde, war am 
5. Februar 1826 als Sohn eines Postbeamten geboren. Die Mutter, 
welche aus einer zur französischen Kolonie gehörigen Familie stammte, 
verlor er frühzeitig und erhielt seine erste Jugendbildung in der 
Ecole de charite der französischen Gemeinde. Am 22. April 1840 
wurde er in das Französische Gymnasium aufgenommen und verliess 
26 Michaelis 1846 mit dem Zeugnisse der Reife. Mit dem Entschlusse, 
Theologie zu studieren, war er 3 Jahre zuvor in das Seminaire ein- 
getreten; er führte diese Absicht auch aus, bestand die erste Prüfung 
für das geistliche Amt; daneben jedoch wandte er sich dem philo- 
logischen Studium zu und trat nach erfolgter Doktorpromotion und 
nach Ablegung des Examens pro fac. doc. zu Ostern 1853 als Probe- 
kandidat an dem Gymnasium, dessen Schüler er gewesen war, ein. 
Nachdem er zunächst eine Stipendiatenstelle verwaltet hatte, wurde 
er am 1. April 1855 fest angestellt und unter dem 24. August 1859 
zum Oberlehrer befördert. 
Obwohl er bei dem Ausscheiden Lhardys erst die 4. Oberlehrer- 
stelle inne hatte, wurde er dennoch vom Conseil academique auf 
Beschluss vom 11. September 1868 einstimmig für die vorläufige 
Verwaltung und spätere endgültige Übernahme des Direktorats vor- 
geschlagen. Am 14. Dezember bestand er das Colloquium pro rec- 
toratu. Durch Königliche Bestallung vom 11. Januar 1869 wurde 
ar zum Direktor ernannt und am darauf folgenden 10. Februar durch 
den Schulrat Gottschick in dies Amt eingeführt. 
Das Beispiel Schnatters könnte als ein Beleg gelten für die 
mehrfach aufgestellte Behauptung, dass Unterrichten eine Kunst 
sei, für die man zwar dem Jünger einige praktische Winke geben, 
ihn handwerksmässig anleiten, die er aber in der Hauptsache auch 
ohne dies erlernen könne. 
Schon als Sekundaner und Primaner hatte Schnatter Schülern der 
unteren Klassen Unterricht erteilt mit so günstigem Erfolge, dass
	        
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