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V. Abschnitt. Die Neugestaltung des Gymnasiums durch Fournier und die Fortführung seines Werks durch Kramer

Full text: Festschrift zur Feier des 200jährigen Bestehens des Königlichen Französischen Gymnasiums / Grünwald, Eugen (Public Domain)

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Eine Königliche Kabinetsordre vom 6. Juni 1812 hatte die Ein- 
führung "mnastischer Übungen an allen Gymnasien, höheren Stadt- 
schulen“  F.ohrer-Seminarien der Monarchie befohlen. Am Franzö- 
sischen chen konnte dieser Unterricht erst im Sommer 1845 
aufgenemme- werten Dr für die Erwerbung eines eigenen Turn- 
platzeg kein‘ 7"+ * vorhanden waren, blieb die Anstalt auf die Mit- 
benutzung der 5” * Tasenhaide belegenen Turnanstalt des Friedrichs- 
Wilhelms-Gympe "mg gegen eine zu zahlende Entschädigung ange- 
wiesen. Um €: sten zu decken, wurde von den Schülern, auch 
von den Nich*--— den, sofern sie nicht vom Schulgelde überhaupt 
befreit waren, e Zuschlag zu dem letzteren von 1 Thlr. jährlich 
erhoben. Aus den vorhandenen Berichten geht hervor, dass in den 
ersten Jahren teils wegen der entfernten Lage des Tumplatzes und 
der Notwendigkeit, die Übungen im Winter auszusetzen, teils auch 
weil die meisten Eltern den Nutzen der Einrichtung nicht begriffen, 
die Beteiligung der Schüler und der gesamte Unterrichtserfolg nur 
wenig zufriedenstellend war. 
Auch der Gesangunterricht wollte unter der Leitung des Schreib- 
und Elementarlehrers La Pierre, dem er anfangs übertragen worden 
war, nicht recht gedeihen. Kramer trug Sorge dafür, dass wenigstens 
der Gesar; der oberen Klassen seit dem Jahre 1851 von einem 
Fachmann, dem Musikdirektor Commer, geleitet und dass für den- 
selben im folgenden Jahre ein Flügel zum Preise von 400 Thlr. be- 
schafft wurde. 
Mit der steigenden Frequenz der Anstalt traten auch die alten 
Klagen über die Mängel der Schulräume wieder hervor. Im Jahre 
1848 gelang es, den Übelständen wenigstens einigermassen abzuhelfen, 
indem auf einen Teil des alten Gebäudes auf Rechnung der Schul- 
kasse ein zweiter Stock aufgesetzt wurde, Man gewann dadurch 
3 geräumige, helle Klassenzimmer und sah sich in der Lage, die im 
Erdgeschoss belegenen dunklen und ungesunden Räume bis auf 
weiteres ausser Gebrauch zu setzen. 
Der innere wie äussere Zustand der Anstalt wurde im Auftrage 
des Ministers im Februar 1850 durch den Geheimen Ober-Regierungs- 
rat Dr. Kourtüm einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Das 
Ergebnis war ein so günstiges, dass der Minister dem Direktor und 
den Lehrern seine besondere Anerkennung und Zufriedenheit deswegen 
aussprach.
	        
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