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Abriss der Geschichte der Königlichen Realschule. I. 1747-1814

Full text: Festschrift zum einhundertfünfzigjährigen Bestehen des Königlichen Realgymnasiums zu Berlin (Public Domain)

XI 
durfte. Davon wurde die Königliche Genehmigung sofort zuteil den Anträgen auf Fortsetzung 
der Bücherlotterie; auf Privilegien 1) gegen Nachdruck der Kupferstiche, welche die Schule nach 
und nach zur Veröffentlichung bringen will, 2) für den Schutz des „Neuen, was bei der Real- 
schule erfunden oder von ihr ins Land eingeführt wird“; auf das ausschließliche Recht des 
„Direktors“ dieser Anstalten (der Titel kommt hier zum erstenmal vor), die Lehrer zu wählen, 
zu entlassen und ihre Besoldung zu bestimmen. Auch für tüchtige Schüler und Lehrer werden 
die Anträge bestätigt: ersteren soll, wenn sie in der Mathematik und anderen Real-Wissenschaften 
ainen guten Grund gelegt haben und auf die Universität entlassen werden, ein Vorzug 
bei Verleihung von Königlichen und Kurmärkischen Stipendien zustehen, damit für die Realschule 
und die ihr ähnlichen Anstalten immer bessere Lehrer ausgebildet werden; die Lehrer, auch 
wenn sie unstudierte Leute und der Praxis entnommen sind, sollen nach Bewährung im Unter- 
richt für gute Dienststellen vorzugsweise Berücksichtigung erfahren. Auch stellt nach einigen 
Zögern der König den Predigtamtskandidaten, die „sechs bis acht Jahre treue und fleilsige 
Schuldienste“ an der Anstalt geleistet haben, eine Versorgung mit solchen Predigerstellen iu 
Aussicht, wie sie ein Feldprediger erlangen kann. — Demnächst wird Befehl erteilt, dafs Hand- 
werker und Künstler ihre Meisterstücke in der Realschule vorzeigen; zwei Ackerstücke vor dem 
Potsdamer Thor dürfen zur Anlage einer Baumschule und einer Maulbeerplantage in Erbpacht 
zenommen, für ihre Einzäunung kann das Domänen-Direktorium 600 Thaler anweisen. Bald 
darauf wird der Schule freies Brennholz aus Königlichen Forsten, den Lehrern Befreiung von 
der Accise gewährt; es erfolgt ein Privilegium zur Eröffnung einer Realschul-Buchhandlung, 
Jeren Verlag vor Nachdruck geschützt ist, und zur Herausgabe eines Wochenblatts „von den 
merkwürdigsten Sachen aus dem Reiche der Natur, der Staaten und Wissenschaften“. Dem 
Geistlichen Departement läfst der König den Heckerschen Antrag auf Errichtung von Schullchrer- 
Seminaren in Berlin und den Provinzen zugehen. — Dagegen sind Staatsfonds nicht verfügbar 
zur Beschaffung eines „geräumigen Hauses“, dessen die Schule bedarf, um die neuen Sammlungen 
and Werkstätten unterzubringen, auch Wohnungen für Pensionäre einzurichten; Bitten um Be- 
rechtigung zu einer Apotheke und Naturalienhandlung, zu einer „Balbier- und Badestube, auf 
welcher eine Vorbereitung in der Chirurgie“ staattfinden könne, erfahren Ablehnung, weil der- 
zleichen zum Schaden und Nachteil andrer Leute gereiche und folglich viele Klagen verursachen 
werde. Ebenso mulfs die erbetene Entrichtung eines Prozents von allen künftig zu haltı uden 
Lotterien im Königreich abgeschlagen werden. Zuletzt erst sei hier der treffende Bescheid auf 
eine Bitte mitgeteilt, welche Hecker an die Spitze seiner Vorschläge gestellt hatte, die aber zu 
den bisher von ihm selbst bezeichneten Zielen der Realschule in einem auffallenden Gegensatz 
steht: der Anstalt möchten die Privilegien und Rechte eines Gymnasiums innerhalb der Drei- 
faltigkeits-Parochie und der Name des Königlichen Friedrichs-Gymnasiums verliehen werden. 
Kinen Beweis von der Gerechtigkeit und Weisheit des Königs, der die Besonderheit der Schule 
erhalten wissen wollte, liefert die darauf erfolgende Antwort: „Höchstdieselben finden rathlsanı, 
lafs diese Anstalten unter dem bisherigen Namen einer Realschule vor der Haud in der Stille 
annoch continuiren, indem die Erteilung derer Privilegiorum und Jurium Gymnasii aus vielen 
yrheblichen Ursachen vorjetzt denselben mehr schädlich als nützlich sein dürfte.“ — Die gesamte, 
umfangreiche „Resolution“, vom Könige eigenhändig zu Potsdam am 8. Februar 1748 unter- 
zeichnet, schliefst mit dem Befehl an die Ober-Kuratoren der Realschule, „nach Seinen Be- 
stimmungen nicht allein alles Nöthige weiter zu besorgen, sondern auch sonst die fernere 
Aufnahme dieses dem Publikum so heilsamen und nützlichen Werkes auf alle nur mögliche Weise
	        
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