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II. Die erste Garnisonkirche

Full text: Geschichte der Königlichen Berlinischen Garnisonkirche / Goens, Georg (Public Domain)

Eine ähnliche Zuwendung an die Garnisontirche war bereits ein Jahr 
zuvor, 1866, erfolgt, in der „alten Anatomie hinter der Kirche“, zur 
Einrichtung einer Feldpropstei-Wohnung. Die diesbezügliche Königliche 
Kabinetsordre lautet: 
„Ich will auf Ihren gemeinschaftlichen Bericht vom 16. Oktober d. Is., 
die Ueberweisung des alten Anatomiegebäudes in Berlin an die Garnison— 
kirche daselbst, zur Einrichtung einer Dienstwohnung für den evangelischen 
Feldpropsten der Armee genehmigen. Zugleich ermächtige ich Sie, dem 
Finanzminister die zu dem nothwendigen Umbau des Gebäudes erforder— 
lichen 6000 Thaler auf den zu Meiner Disposition bei der General— 
Staatskasse stehenden Fonds anzuweisen, welcher Betrag aber erst dann 
flüssig zu machen ist, nachdem die aus der Garnisonkirchenkasse her— 
zugebenden 5000 Thaler für diesen Zweck verwendet sein werden. 
Berlin, 30. Oktober 1866. 
Wilhelm.“ 
An den Finanzwminister, den Kriegs— 
und Marineminister und den Minister 
der geistlichen Angelegenheiten. 
Daraufhin verbaute die Kirche ihre Gelder und der Dispositions— 
fonds die seinen, und 1867 war die Berliner Garnisontirche die glückliche, 
und zwar zur Unterhaltung verpflichtete Besitzerin einer Dienstwohnung 
für den Feldpropsten der Armee. Aber nicht lange; das Jahr 1870, so 
darf ich hier wohl gleich, diese Materie zu Ende führend, hinzufügen, 
hatte eine Wendung auch insofern zur Folge, als die Königlich preußischen, 
militärfiskalischen Gebäude u. s. w. in den Besitz des Deutschen Reiches 
übergingen, und bald mußten auch die militärktirchlichen Besitzthümer auf 
hre künftige Zugehörigkeit hin geprüft werden. 
Was hierüber geschrieben und gestritten wurde, lassen wir füglich in 
den Akten, uns interessirt nur die endlich im Jahre 1880 gefällte König— 
liche Entscheidung, die dem unbeugsamen Gerechtigkeitssinn des König— 
lichen Richters und seinem klaren Urtheil, das durch alle Gründe und 
Gegengründe hindurch mit der Klugheit eines wahrhaft guten Menschen 
den Nagel auf den Kopf trifft, wahrlich alle Ehre macht. 
Diese Kabinetsordre vom 17. Februar 1880 bildet seitdem den un— 
anfechtbaren Rechtsboden, auf dem die Kirche steht. Diese wird nämlich
	        
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