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Die Gottesdienste und sonstige kirchliche Einrichtungen. Armenpflege. Innere Mission. Vereine

Full text: Geschichte der Gründung und der ersten fünfzig Jahre der St. Matthäus-Kirche zu Berlin (Public Domain)

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in der Synodal-Versammlung vorgetragen, seit einer Reihe von Jahren 
wird dasselbe im Druck zusammengestell.. 
Seit 1891 hat sich ein kirchlicher Männer-Verein von St. 
Matthäus gebildet, welcher jeden letzten Freitag im Monat, abends 8 Uhr, 
in einem öffentlichen Lokale eine Versammlung hält, um allgemeine kirch— 
liche oder das Gemeindeleben betreffende Fragen zu besprechen und 
die Männerwelt dafür zu interessiren. Dieser Verein zählt etwa 
fünfzig Mitglieder. Vorsitzender ist der Kirchen-Aelteste Hofgärtner 
Hoffmann, dessen Stellvertreter, gleichfalls ein Kirchen-Aeltester, der 
Königliche Landesgeologe Professor Dr. Berendt. 
In dem Betsaal, Schellingstraße 12, werden neuerdings von Zeit 
zu Zeit Thee-Abende gehalten, um das Beduͤrfniß kirchlicher Ge— 
meinschaft zu befriedigen un B. mit den Eltern der Sonntagsschul— 
kinder, mit den konfirmirten Töchtern nund deren Eltern in noch nähere 
Beziehung zu treten. Ansprachen der Geistlichen wechseln mit Gesängen. 
Ebenso ist seit Kurzem auf Anregung des kirchlichen Männer— 
Vereins der Versuch gemacht, ganze Familien zu Familien-Abenden 
zu sammeln, um das kirchliche Bewußtsein zu beleben, wobei gleich— 
falls Ansprachen gehalten werden, welche mit Gesangs-Vorträgen, 
Deklamationen geistlichen und patriotischen Inhalts ꝛc. abwechseln. Die 
bisherigen beiden Familien-Abende, welche im großen Saal der Victoria— 
Brauerei abgehalten wurden, fanden überraschende Theilnahme. 
Eine geordnete Armenpflege und die Werke der inneren 
Mission sind in der St. Matthäus-Gemeinde zeitig von dem schon 
S. 51 erwähnten Verein für innere Mission, dem sog. Parochial— 
Verein, in die Hand genommen. Angeregt war die Bildung solcher 
Vereine durch die Vorträge Wichern's über innere Mission, und sie 
erfolgte in allen Gemeinden Berlins. Der Verein in St. Matthäus 
ist am 18. März 1849 begründet und hat alsbald eine rege Thätigkeit 
entwickelt. Er bestand selbständig neben dem Pfarrer, wenn dieser 
demselben auch als Mitglied angehörte und sogar die erste Ansprache 
des Vereins, welche, um Theilnahme und Hülfe zu erwecken, in der 
Gemeinde vertheilt wurde, verfaßt hatte. An der Spitze stand der 
spätere Kultus-Minister Dr. von Mühler, und gehörten dem Verein 
eine Zahl Gemeindeglieder an, welche zugleich Repräsentanten waren 
oder sonst einen guten Klang in kirchlichen Kreisen hatten. Die Haupt— 
arbeit wurde in die Hände der oben genannten Hülfsgeistlichen (Helfer) 
gelegt, die Parochie sollte in kleine Kreise getheilt und in jedem der— 
selben ein Mann gefunden werden, der den Helfer unterstützen möchte. 
Es bestand auch die nicht zur Ausführung gekommene Idee, einen
	        
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