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Die Pfarrhäuser

Full text: Geschichte der Gründung und der ersten fünfzig Jahre der St. Matthäus-Kirche zu Berlin (Public Domain)

Zugleich ermächtige Ich Sie, den Finanz-Minister, dem 
Ober-Hofbaurath Stüler oder dessen Stellvertreter zu den 
Kosten des Baues aus Meinem Dispositions-Fonds bei der 
General-Staatskasse einen in drei Jahren zurückzuzahlenden 
Vorschuß von 7,300 Thlr. zu gewähren und nach Maaßgabe 
des Bedürfnisses in diesem oder dem künftigen Jahre zur Ver— 
fügung zu stellen und die Rückzahlung mit dem Bau-Comité 
und den Repräsentanten der Gemeine zu reguliren. 
Ueber den zweiten Antrag wegen der in den Grenzen des 
Kirchspiels zu veranstaltenden vierteljährlichen Kollekte zur Ver— 
stärkung des Baufonds will Ich Ihnen, dem Staats-Minister 
Eichhorn, die Verfügung und Bescheidung der Bittsteller, welchen 
Ich Abschrift dieses Erlasses habe zugehen lassen, lediglich 
überlassen. 
Charlottenburg, den 21. Rovember 1846. 
Friedrich Wilhelm. 
Der Ausschuß und die Repräsentanten hielten fest an dem 
Stüler'schen Plan, sowohl mit Rücksicht aus das Bedürfniß einer 
Amtswohnung für den später zur Unterstützung des Pfarrers anzu— 
stellenden zweiten Geistlichen, als im architektonischen Interesse, und es 
wurde der noch einmal umgearbeitete Plan schließlich von des Königs 
Majestät durch Allcrhöchsie Ordre vom 5. Juni 1847 unter Bewilligung 
des vollen Patronatsbeitrages definitiv genehmigt. Hiernach ist das 
Pfarrhaus als Eckgebäudenn zwei Stockwerken mit zwei geräumigen 
Predigerwohnungen, nebst zwei kleinen Wohnungen im Souterrain und 
unter dem Dach erbaut worden. Dasselbe weist schon im Aeußeren 
durch seine architektonische Haltung auf den Zusammenhang mit der 
Kirche hin. Da außer dem Patronats-Beitrag der Vorschuß der 
Staatskasse von 7,300 Thalern zur Deckung der Baukosten nicht aus— 
reichte, so wurde die Sammlung einer vierteljährlichen Hauskollekte 
innerhalb der Parochie beschlossen, und nach erfolgter Genehmigung 
des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg richteten der Ausschuß 
und die Repräsentanten unterm 20. September 1847 eine gedruckte 
Ansprache an die Gemeinde, in welcher sie mit Darlegung des Be— 
dürfnisses die Gemeindemitglieder zur willigen und ergiebigen Unter— 
stützung aufforderten. Der Ban war aber schon im Frühjahr 1847 
begonnen, und im August 1848 wurde das Pfarrhaus von dem 
Pfarrer bezogen. Beim Einzug empfing ihn der Gruß der Inschrift 
über der Hausthür: „Gott segne deinen Eingang und deinen Ausgang“
	        
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