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Die Parochie. Bekenntnißstand

Full text: Geschichte der Gründung und der ersten fünfzig Jahre der St. Matthäus-Kirche zu Berlin (Public Domain)

und bedauert noch jetzt, daß dies ohne Erfolg geschehen ist. Namentlich 
hat die Linkstraße mit Matthäus eine einfache Verbindung, während 
sie von Lucas durch das natürliche Hinderniß des Bahnkörpers ge— 
schieden ist. Außerdem gehörte diese Straße zu der Stanmmgemeinde von 
St. Matthäus und war deren fernere Zugehörigkeit auch deßhalb 
erwünscht, weil gerade in ihr noch eine größere Anzahl armer und 
bedürftiger Familien wohnen, während die Gemeinde im Ganzen in 
Folge der Entwickelung der städtischen Verhältnisse an solchen Familien 
immer mehr Abbruch erleidet. Ein neuer Zuwachs auch in dieser Be— 
ziehung ist allerdings durch Einverleibung der bisher zu Zwölf-Apostel 
gehörigen Straßen erzielt. 
Nach Westen hin ist eine kleine Erweiterung unserer Parochie 
eingetreten. Durch Umpfarrungsdekret des Königlichen Konsistoriums vom 
3. November 1866, wurde ihr das damals wenig bevölkerte Terrain 
zwischen dem unteren Landwehrgraben, dem Schifffahrtskanal und dem 
Seepark des Thiergartens, also namentlich die v. d. Heydtstraße, 
Moritzhof, Albrechtshof und die westlich anstoßenden neuen Straßen 
zugelegt. Es hatte dasselbe sowie das südlich vom Schifffahrtskanal 
zwischen der Genthinerstraße und dem zoologischen Garten gelegene 
Terrain früher zum Parochial- und Kommunalbezirk von Charlottenburg 
gehört; nachdem beide Terrains aber im Jahre 1861 zum Weichbild von 
Berlin geschlagen worden, mußte es zweckmäßig erscheinen, sie auch 
von dem kirchlichen Verbande von Charlottenburg abzulösen, und wurde 
demnach das Terrain auf dem rechten Ufer des Kanals mit der St. 
Matthäus-Parochie und auf dem linken Ufer mit der Parochie der 
Zwölf-Apostel-Gemeinde vereinigt; den damaligen Kirchenbedienten 
in Charlottenburg war für ihre Lebzeiten als Ersatz für Ausfall 
von Stolgebühren eine geringe Entschädigung zu zahlen. — In 
diesem Jahrzehnt bestand nun aber die Gefahr, daß behufs Bildung 
der Gemeinde für die nen erbaute Kaiser-Wilhelm-Gedächtnißkirche wie— 
derum ein nicht unwesentlicher Theil unserer Parochie im Westen einschließ— 
lich der Friedrich-Wilhelmstr. abgezweigt werden könnte. Trotz alles 
lebhaften Interesses für das genannte bedeutsame Gotteshaus, welches 
die Matthäusgemeinde auch durch einen Beitrag zu dessen Bau bethätigt 
hat, wurden viele Gemeindeglieder durch die beständige Beunruhigung 
hinsichtlich der Parochialgrenzen schwer berührt. Das frühere feste 
und günstige Gefüge der Matthäusgemeinde erschien bedroht. Im 
Osten war schon ein Stück abgetrennt; sollte das Gleiche im Westen 
geschehen, so wäre nur der mittlere Theil übrig geblieben, in welchem 
die evangelifche Bevölkerung mehr und mehr abnimmt, auch die Er—
	        
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