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Full text: Geschichte des Evangelischen Johannesstiftes in Plötzensee-Berlin (Public Domain)

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Gefahr zu bringen drohen. Im ganzen haben seit der Begründung des Johannes— 
stifts mehr als 1300 Kinder hier ihre Erziehung erhalten. 
1. Das Pädagogium 
für die Kinder höherer Stände. Die Zöglinge wohnen im Edithahause in 3 Familien. 
Die Erziehung liegt in der Hand junger Theologen. — Der Unterricht umfaßt die 
Klassen Sexta — Unter-Sekunda des Gymnasinms und der Realschule. Am Päda— 
gogium unterrichten zur Zeit 1 Doktor der klassischen Philologie, 1 Doktor der neueren 
Philologie und 5 Kandidaten der Theologie. Am 1. Inli 1894 waren 34 Zög— 
linge im Edithahause. 
5 Die landwirtschaftliche Abteilung 
für bereits konfirmierte Knaben und junge Lente, anf deren weitere schulmäßige 
Ausbildung verzichtet wird. Sie existirt seit Dstern 1893 und besteht aus 2 Unter— 
abteilungen. In der ersten befinden sich Söhne höherer Stände, die später wieder 
höheren Lebensberufen, vornehmlich in der Landwirtschaft zugeführt werden sollen; 
in der zweiten finden Knaben aus dem Volk Aufnahme, die später als Knechte 
oder Arbeiter auf's Land gebracht werden sollen. Die Zöglinge arbeiten unter 
Leitung von Brüdern im Garten und auf dem Felde, im Winter empfangen sie 
täglich von 5— 7 Uhr abends, ausgenommen den Sonnabend, theoretischen Unter— 
richt in den verschiedensten Fächern. Am 1. Juli 18594 wurde Pniel von 9 solchen 
Zöglingen bewohnt. 
6. Das Mädchenheim 
ist gleichfalls Ostern 1893 begründet. Es bildet konfirmierte Mädchen (vornehmlich 
diejenigen, welche aus unserem Maria- und Marthahause hervorgehen und für die 
gleich nach der Konfirmation kein passendes Unterkommen außerhalb der Anstalt zu 
finden ist) in einem zweijährigen Kursus, der durchaus praktisch (Waschen, Nähen, 
Kochen, Reinmachen ꝛc.) gehandhabt wird, zu tüchtigen Dieustmädchen heran, an 
denen in der heutigen Zeit bekanntlich ein großer Mangel ist. Am 1. Juli 1894 
befanden sich 17 junge Mädchen in dieser Abteilung. 
7. Die Ferienkolouie 
bietet in den großen Sommerferien vielen leidenden und schwächlichen Kindern aus 
der Riesenstadt eine freundliche, äußerst gesunde Stätte der Erholung und Stärknng. 
Seit dem Bestehen der Ferienkolonie haben diese Wohlthat im ganzen 604 Kinder 
genossen. 
Unmittelbar vor den Thoren der Hauptstadt liegend und dabei doch in sich 
abgeschlossen, gewährt das Johanne? stift auf der einen Seite alle Vorzüge der 
Residenz, auf der anderen Seite in seinem 20 Morgen großen herrlichen Parke, um 
den sich in weitem Umkreise die wogenden Felder lagern, alle Annehmlichkeiten des 
Landlebens, das durch die Nähe der Jungfernhaide und des Plötzensee's noch in 
ganz außerordentlicher Weise gewini
	        
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