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Vortrag des Herrn E. Vogtherr bei der Jugend-Aufnahme in der Freireligiösen Gemeinde zu Berlin am 14. April 1889

Full text: Ansprachen zur Feier der Jugendaufnahme in der Freireligiösen Gemeinde / Vogtherr, Ewald (Public Domain)

Die Stunde naht, auch euch mit eh'rnem Munde 
Verkündet sie die feierliche Zeit, 
Wo ihr euch weiht dem großen, starken Bunde, 
Der sich dem gnuten Dienst der Wahrheit weiht. 
O laßt mich henut tief aus der Seele Grunde 
Ein Wort enuch sagen tranter Zärtlichkeit; 
Worin sich alle Herzen heut verbünden, 
Die stummen Wünsche laßt mi“ laut verkünden. 
Der seel'gen Kindheit sollt ihr nicht entsagen, 
Der Perle gleich, in stummer Liebesglut 
Sollt ihr sie fest in trenem Herzen tragen 
Als liebsten Schat, des Lebens höchstes Gut 
Verkünden wird es eures Herzens Schlagen, 
Verkünden wird's der Wange Rosenglut, 
Ja, in das Auge deutlich wird sich's schreiben: 
Ihr waret Kinder, kindlich sollt ihr bleiben. 
Es ist die Jngend, welche nie veraltet, 
Die Schönheit ist es, welche nie verweht, 
Es ist die Liebe, welche nie erkaltet, 
Die feste Hoffnung, welche treu besteht. 
Dann seid getrost, wie auch das Schicksal walte, 
Auf welcheni Pfade auch der Fuß einst geht; 
Was bangt ihr noch, blieb nur der Jugend Blüte 
Fuch unverwelft im innersten Gemüte. 
So tretet fröhlich und getrost ins Leben, 
Sei's euch ein Maitag sonnenheller Freud', 
Nichts Böses mische sich in euer Streben,— 
Nie plage ench der Reue Bitterkeit. 
Das Bild des Guten möge euch umschweben, 
Euch ewig hilfreich, ewig nahe sein; 
Doch über Alles sei euch stets beschieden 
Der Wahrheit Licht, des Herzeus reinster Frieden. 
Ein neues warmes Frethlingswehen geht durch die Lande, 
ein neuer starker Hauch ist es der Alles belebt, was Leben 
zeigt und Leben zeugen kann es ist des Frühlings warmer 
Gruß, der uns aus tausen ieuen Keimen entgegenkommt, 
des Frühlings, der sich nicht kümmert um die Stürme des
	        
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