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Zweites Buch. Die Außenstationen I. Die bestehenden Außenstationen

Full text: Bethanien / Schulze, Gustav (Public Domain)

eines geeigneten Öperationszimnmuers, hingewiefen. Auch die Küche, in der täglich 
für ctwa 200 Perfonen gefocht werden follte, genügte dem Bedürfnis in Feiner 
Meife. Es trat aber noch ein anderer Umftand hinzu, der eine Erweiterung des 
Baufes als dringend wünfchenswert erfcheinen ließ. Häufig nämlich begegneten 
den Schweftern in ihrer Genwindearbeit foldje Siche, die einer fortgefeßten, 
geregelten Pfleae bedurften, diefe aber in ihren Familien nicht finden Fonnten. 
Es war für die Schweitern fehr ihmerzlich, diefes Elend täglich mit anfchen zu 
müffen und doch nicht helfen zu Fönnen. 
Aus allen diefen Gründen war bereits im Zahre 18806 der Bau eines 
arößeren Haufes auf einen neu 3 erwerbenden Grundftück mit Raum für eine 
arößere Sicchenabteilung ins Auge gefaßt. Der Dorftand richtete fein Augenmerf 
hierbei zunächft auf das durch ANiederlegung der Wälle im Norden der Stadt 
freimerdende Terrain, da diefes im Stadtgebiet der Altitadt lag, aus welchem 
binauszugchen wegen der vorzugsweife auf das Innere der Altitadt gerichteten 
Arbeit der Schweitern fich von felbit verbot. Die Befoftigungswerfe fielen im 
Aahre 1889, und der Dorftand trat mit dem WMagiftrat wegen Überlaffung eines 
Grundstücks in möglichft ftiller Lage zu billigen Preife fofort in Unterhandlung. 
Aber der geforderte Preis — 80 Mark für den Quadratmeter —, der doch nur 
der SelbitPoftenpreis war, sing weit über die zu Gebote {tchenden AUittel hinaus, 
und deshalb wurde von einem ANeubau Abftand genomnten. Bald darauf bot 
jich aber zur Erweiterung des bisherigen Grundstückes Gelegenheit. Der Befiger 
des Haufjes Bohenzollernitraße 2, Fabrifant Trendmann, verlegte feine Sabrif 
an eine andere Stelle und überließ nach Lkängeren Derhandlungen fein Haus für 
den Kaufpreis von 270.000 2Nark dem Derein für feine Zwede. Ein durch 
nambafte Geichenke verftärkter, int Laufe der Kahre gefanımelter Refervefond 
ermöglichte die geforderte Baranzahlung von 115000 IMarf, der Reft von 
155.000 2Narf blieb als Bypothefenfchuld ftehen, und da auch auf dem alten 
Baufe noch eine Schuld von 60.000 WNark Laftete, fo betrugen die Seofamtfchulden 
des Dereins 215 000 2Nark. Es war ein Werk des Glaubens, troßdem vorwärts 
su geben, aber Gott hat es bisher wahr werden laffen und wird cs ferner wahr 
machen: „Keiner wird zu fehanden, der fein harret.“ Nachdem in dent neuen 
Baufe einige notwendige Deränderungen vorgenonınten morden waren, wurde cs 
am 20. Oftober 1890 geweiht und bezogen. In dasfelbe wurden die Wohn: 
zimmer der Schwefitenn, die Koch: und Wafchfüche, die Wohnung der Hausfinder 
und die Station für Franke Danıen verlegt. Auch ein helles, geräuntiges 
Operationszinmer wurde eingerichtet. Im alten Haufe gewann man dadurch 
Yaum für die Erweiterung der Siechenftation bis zu 28 Betten. Die Pflegefäße 
betragen 1535 2Narf, 00 2Narf und 50 21Nark für den Monat; cine Freiftelle ift 
parbanden. Auch die Kinderitation, die SpiclHfchule, die Dereine blieben im alten
	        
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