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Zweites Buch. Die Außenstationen I. Die bestehenden Außenstationen

Full text: Bethanien / Schulze, Gustav (Public Domain)

Zagdfcheinen einen Zufchuß zu den geringen Einnahmen aus den Pflegegeldern, 
Auch von Hobanniterorden wurde nie cine Subvention beanfprucht, denn Graf 
Eberhard betrachtete die Erhaltung diefer Stiftung feines Daters als eine Ehren- 
jchuld. Ant Hahre 1866 bewährte fich das Stift in anerfennenswerter Weife 
als Bilfe für die piden. Derwundeten und Sterbenden, die der naheliegende 
Kriegsfchauplats über die böhmifche Grenze nach Kandeshut entfandte. Die 
Sahl der Schweftern wurde verdreifacht, und fowohl int Stift wie im Schloß 
Kreppelbof und in einem anderem zum Lazarett eingerichteten Haufe warteten 
fie ibres Ahntes. Auch in den Zahren 1870/71 war diefes in befchränfteren: 
Maße der Fall. 
Sm Zabre 1872 trat in Kreppelhof cin neuer Wechfel cin, da Graf 
Eberbard, damals OÖOberpräftdent von Schlefien, heimging und fein Neffe, Graf 
2do, ihm in: Befig der Herrichaft folgte. Obwohl auch er die Fürforge für das 
Stift treu auf fein Herz nahm, trat doch bei feiner häufigen Abwefenheit von 
Kreppelbof im Laufe der folgenden Yahre der Wunich hervor, das Stift ir andere 
Hände zu übergeben, jedoch fo, daß die Familie mur der unmittelbaren Der: 
antportung Icdig würde, dagegen eine ftete ÄUNitbeteiligung, auch Sig und Stimme 
im dem neu zu bildenden Dorftande fich vorbehielte. Das Stift hatte int Hahre 
1875 Korporationsrechte erhalten, mehrere Dermächtnifie waren ihm zugefallen 
und es Fonnte als wohl fundierte Anftalt gelten. Graf 211do Fnüpfte daher mit 
dem Ausfchufie des Landeshuter Kreifes Derhandlungen wegen Übernahnwe des 
Stiftes an, die ein bereitwilliges Entgegenfommen fanden. Der Kreis erhielt das 
dem Stift schörige, nicht unbeträchtliche Dermögen, nämlich außer den in 
Keppersdorf gelegenen Gebäuden und Grundftücken int Werte von 50000 21Tark 
cin bypothefarifch belestes Kapital von 50000 21ark und eine wefentlih durch 
die fparjame Derwaltung der Schweitern erübrigte, in der Sparkafie befindliche 
Summe von 15100 21arf. Dagegen verpflichtete {ich der Kreis, das Stift unter 
dem Namen „INariannenftift“ zu erhalten und die Pflege ftets durch evangelifche 
Schweitern ausüben zu lafıon. Das ent{prechend veränderte Statut datiert von 
U November 1892, Um diefe Zeit befhloß der Kreis den Neubau des DHaufes, 
der fehr jtattlich ausfiel und am 16. Auguft 1895 im Beifein der Oberin DZenuy 
zeweibt wurde. Die veränderten Derhältniffie führten auch zu längeren Der: 
bandlungen über die neue Form des Dertrages, die indeffen im wejentlichen die 
Erneuerung des bisherigen Dertrages zur Folge hatten. Die Erweiterung des 
Haufes durch den Neubau hatte die Entfondung einer dritten Schweiter nötig 
zemacht, Die langjährige Leiterin des Baufes, Schweiter Antonie Sriße, war im 
Zahre 1887 beimgegangen, fie ruht auf dent dortigen Gottesacfer. hr folgte 
Schweiter Elije Jroböfe und diefer 1895 Schweiter AMarie von Reden. m 
Derbit 1596 wurde der anfänglich zu Snfektionsfranfbeiten beitimmte Seitenflügel
	        
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