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II. Das Interregnum. 1855-1862 XXVI. Direktion Woltersdorff. 25. Juli 1858 bis 1. Oktober 1859

Volltext : Kroll / Raeder, Alwill (Public Domain)

ENTSAERT
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fängern mit hübschen Stimmen gesungen. Clara Ungar, die später
mit Recht so ber?hunt gewordene Gherettensängerin, hat in diesem
Singspiel zuerst die Zübre betreten Jach diesem zweiten Mißerfolg
war es ein Glück, daß nun die geun Aniasberger Operngesellschaft
eintraf. Die Opernausgrabungen n »nterbrochen und man gab
Opern aus dem modernen Repertoir, wie „Teufels Anteil“, „Schwarze
Domino“, „Jampa“, „Sylvana“, „Nülser von Meran“ v. Flotow ꝛc.
Diese übten eine große Zugkraft aus : d gefielen außerordentlich,
nur ab und zu gab man noch eine er alteren Opern: „Joconda“,
„Doktor und Apotheker“ und „Der“““noerinnen“; Opern, die auch
noch heute bei guter Besetzung u ea Emäßiger Einrichtung bei—
fällig aufgenommen werden können. Riese kurze Opernsaison, bis in
den September hinein, war eine glänzende; dann ging die Königs—
berger Oper wieder in ihre Heimat zurück und die ursprünglich für
das Kroll'sche Theater engagierte Oper, die durch einige gute Kräfte
verstärkt wurde, war nun auf sich angewiesen.
Es waren gute Kräfte. Frl. Ungar, jingendliche Sängerin,
Frl. Polsaß und Frau Günther, Koloratur— und Bravoursängerinnen,
hatten schöne Stinenmen und waren alle drei vortrefflich geschult. Benno
Hirsen war noch ein guter Spieltenor, Barksch ein vortrefflicher Spiel⸗
bariton, PRrAakze ein guter Spielbaß, und Weioͤt, Tamprecht und
Günkher waren gute Buffos; aber mit Ausnahme einiger moderneren
Opern, wie: „Zum treuen Schäfer“, „Nürnberger Puppe“ und mehrerer
Cortzing'schen Opern war die Gesellschaft doch nur auf die alten,
und man kann sagen, veralteten Opern augewiesen. Der Besuch
ließ nun im Mktober und November bedenklich nach und hob sich erst
wieder, als die Weihnachtszeit herankam, zu welcher Gelegenheit
„Aschenbrödel“ von Isouard gegeben wurde. Das war in Wahrheit
eine Glanzvorstellung.
Graf Redern, der frühere Intendant der Königl. Hoftheater,
war ganz entzückt von dieser Arffüörenengeerklärte, daß diese
Oper selbst im Opernhause zu seine nicht besser aufgeführt
worden wäre und war fast jeden Aben im Theater stets unigeben
von einer Schaar von Kennern, die er animiert hatte, diese Vorstellung
zu bewundern. Die Oper wurde gegen zwanzigmal wiederholt. Da⸗
zwischen gab man eine französische Posse, „Des Ceufels Fopf“, und
das Pandeville: „Ein alter Tänzer“; beide nen und mit leidlichem
LKassenerfolg. Inzwischen hatte sich der geschäftsführende Regisseur
Sowade einen Disciplinfehler zu schulden kommen lassen, infolge—
dessen ihn Woltkersdor“, der schon längst auf eine solche Gelegenheit
gewartet, Knall uns Fall entließ, und die technische Leitung giug auf
den Regisseur Günkher über.
            
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